Moorbrände durch Wiedervernässung verhindern!

Durch den katastrophalen Moorbrand im Emsland wird offensichtlich, wie klimaschädlich die Entwässerung der Moore ist. Aber auch nach dem das Feuer gelöscht sein wird, werden die entwässerten Hochmoore Niedersachsens durch Austrocknung und Mineralisation weiterhin große Mengen CO2 in die Atmosphäre abgeben. Moornutzung und Torfzersetzung bleiben also ein relevanter Belastungsfaktor für das Klima und damit eine schleichende und andauernde Katastrophe.

Durch verantwortungslose Leichtfertigkeit wurde das trockene Moor der Tinner Dose von der Bundeswehr in Brand gesetzt. Gerade nach einem so trockenen und heißen Sommer hätten keine Schießübungen im Moor stattfinden dürfen. Der brennende Torf setzt mehrere 100.000 t von klimaschädlichem CO2 frei und belastet die Bevölkerung bis ins 100 km entfernte Bremen und darüber hinaus mit beißendem Rauch und Feinstaub. Wir erinnern uns an die Moorbrände bei Moskau vor einigen Jahren oder in Indonesien, die ebenfalls in kürzester Zeit gigantische Mengen CO2 in die Atmosphäre bliesen und damit den Treibhauseffekt verstärkten.

Neben dem Schaden für das Klima wird auch auf vielen Quadratkilometern die Tier- und Pflanzenwelt in einem der größten und naturnahesten Moorschutzgebiete Deutschlands zerstört. „Dies nicht nur wegen des Brandes selbst, sondern auch durch das nähstoffreiche Löschwasser aus der Radde, das den Charakter des an sich nährstoffarmen und wertvollen Hochmoores vollständig verändert. Die letzten wachsenden Hochmoorbereiche werden dadurch in Binsenfluren verwandelt, während torfbildende Torfmoose geschädigt werden“, so Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen.
Der BUND Niedersachsen hat aufgrund der weitereichenden Umweltschäden Strafanzeige beim Amtsgericht Osnabrück wegen fahrlässiger Brandstiftung, leichtfertiger Freisetzung von gesundheitsgefährdenden Luftschadstoffen und Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete erstattet.

Moore sind die größten und wichtigsten Kohlenstoffspeicher in Niedersachsen. Sie haben über Jahrtausende das CO2 der Atmosphäre entzogen und im Torf gespeichert. Nur im nassen Moor ist der Kohlenstoff im Torf sicher vor Zersetzung oder Verbrennung.

Die einfachste und sicherste Vorbeugung gegen Moorbrände und für den Erhalt der Moore als artenreiche Lebensräume und Kohlenstoffsenken ist die Vernässung. Selbst die meisten unter Naturschutz stehenden Moore sind entwässert. Die Aktion Moorschutz fordert von der niedersächsischen Landesregierung endlich konsequenten Moorschutz durch Vernässung für Mensch und Natur. Dazu müssen für den Flächenankauf, die Planung und Maßnahmenumsetzung ausreichend Landesmittel zur Verfügung gestellt werden.

Hintergrund:

Niedersachsen ist das moorreichste Bundesland. Aber weil 95 % der Moorböden entwässert sind stammen 12 % der Treibhausgase in Niedersachsen aus den entwässerten Mooren.

Mehr als 120 Moorerlebnisse

Moor erleben in Niedersachsen – die Smartphone-App für den Moorschutz

Hannover, Osterholz-Scharmbeck, 2. Juni 2017 – Seit Ende letzten Jahres ist die App „Moor erleben in Niedersachsen“ in den App Stores von Apple und Google erhältlich. Die App soll die Anwender ins nächste Moor locken. Nicht um darin zu versinken – was nebenbei erwähnt, ein Mythos ist – sondern um einen spannenden und nützlichen Lebensraum kennen zu lernen. Die App wurde im Rahmen des Projekts „Moorschutz in Niedersachsen“ (MooNi) für die Biologische Station Osterholz e.V. entwickelt. Mittlerweile können mit ihr Daten zu mehr als 120 Moorerlebnissen abgerufen werden.

„Mit der App „Moor erleben in Niedersachsen“ möchten wir auf diesen besonderen Lebensraum aufmerksam machen und Menschen die Möglichkeit geben, diesen besser kennen zu lernen,“ erläutert Projektleiter Jörgen Birkhan die Ziele. Die Nutzer können die niedersächsischen Moor-Erlebnisse mit Hilfe der GPS-Koordinaten schnell finden. Dies sind Moorerlebnispfade, historische Moorbahnen, interessante Wanderungen oder Radtouren durch und entlang von Moorgebieten, tolle Aussichtspunkte Umweltbildungsangebote für Jung und Alt, Moorinformationszentren oder Veranstaltungen. Das Angebot an Moor-Erlebnissen wird laufend erweitert.

„Moor erleben in Niedersachsen“ bietet aber auch allgemeine Informationen und neueste Meldungen zum Thema Moor. Dies können Termine von Moorführungen, Hinweise auf Medienbeiträge oder Beiträge zum Moorschutz sein.

Und es lohnt sich die verschiedenen Moor-Erlebnisse auch mal auszuprobieren, denn Moore sind faszinierende und wertvolle Lebensräume. Sie bieten seltenen und geschützten Arten wie Sonnentau, Moorfröschen oder Kiebitzen ein Zuhause. Gleichzeitig sind sie als Kohlenstoffspeicher wichtig für den Klimaschutz.

Die Smartphone App ist im Google-Play Store und im Apple Store kostenlos erhältlich. Die Android-Version kann zusätzlich auf der Internetseite www.moo-ni.de herunter geladen werden. Die Smartphone-App wurde mit Hilfe der Software-Entwickler von Orlyapps entwickelt.

HINTERGRUND „Moorschutz in Niedersachsen“ (MooNi):
Mit Umweltbildungsinstrumenten und einer unterstützenden Öffentlichkeitsarbeit wollen wir Wissen über den Nutzen und die Dringlichkeit des Moorschutzes vermitteln. Das Projekt wird durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung gefördert. MooNi ist ein Projekt der Biologischen Station Osterholz e.V. Projektpartner sind der NABU Niedersachsen, die BUND-Landesverbände Bremen und Niedersachsen, der Niedersächsischer Heimatbund (NHB) sowie neun niedersächsische Umweltbildungseinrichtungen.

Ansprechpartner: Jörgen Birkhan, Telefon: 04791/ 96 56 99-4, E-Mail: birkhan@biologische-station-osterholz.de

Mehr Informationen zur MooNi-App finden Sie hier →

Moorherbst in Niedersachsen

Moor-Akteure laden zu einer Aktionswoche vom 23.9. bis 2.10. ein

Presseinformation

Moore sind nützliche und spannende Lebensräume – nicht zuletzt leisten sie einen wertvollen Beitrag gegen den Klimawandel. Dies wollen eine Reihe von Moor-Akteure, unter ihnen Umwelt- und Naturverbände, den Menschen in Niedersachsen mit der Aktionswoche Moorherbst zeigen. Weitere Akteure sind herzlich eingeladen, sich mit eigenen Aktionen am Moorherbst zu beteiligen.

In der Zeit vom 23. September bis zum 2. Oktober geben Moor-Akteure mit einer Reihe an Veranstaltungen den Menschen in Niedersachsen Gelegenheit, diesen einzigartigen Lebensraum näher kennen zu lernen. Mit dabei sind bislang Moorinformationszentren, der BUND Bremen und Niedersachen, der NABU Niedersachsen, der Niedersächsische Heimatbund (NHB), eine Reihe an Bildungseinrichtungen wie die Biologische Station Osterholz und Akteure wie der Internationale Naturpark Bourtanger Moor. Angeboten werden Exkursionen, Fachvorträge, praktischer Naturschutz, Moorbahnfahrten und vieles mehr. Eine Liste mit allen Akteuren und Aktivitäten ist auf der Internetseite www.moorherbst.de zu finden.

Niedersachsen ist ein Moorland. Etwa 38 % der deutschen Moorflächen befinden sich in Niedersachsen. Davon profitieren neben den vielen moortypischen Pflanzen und Tiere auch wir Menschen. Denn Moore sind Kohlenstoffspeicher, wirken regulierend auf den Wasserhaushalt und das regionale Klima, dienen als Filter von Nährstoffen und bieten uns Menschen einen Erlebnis- und Erholungsraum. Dieser Nutzen wird eingeschränkt, wenn Moore beispielsweise für die landwirtschaftliche Nutzung trocken gelegt werden.

Wachsende Moore leisten einen Beitrag gegen den Klimawandel. Sie binden das Treibhausgas CO2 im Torf. Weltweit ist in den Mooren doppelt so viel Kohlenstoff gebunden wie in den Wäldern. Aber auch das regionale Klima wird durch Moore beeinflusst. Aufgrund der großen Wassermenge in den Mooren haben sie eine kühlende Wirkung.

Moore speichern nicht nur Kohlenstoff, sondern nehmen auch Nähr- und Schadstoffe auf wie beispielsweise wie Nitrat oder Phosphat und reinigen damit das lebenswichtige Grundwasser… Auch können Moore viel Wasser speichern und leisten damit auch einen Beitrag für den Hochwasserschutz.
Und Moore sind mit ihrer prägenden Landschaft und ihrer Weite ein interessanter Erlebnis- und Erholungsraum für uns Menschen. Sei es, dass wir mit einem Torfkahn einen beschaulichen Fluss befahren, sei es, dass wir rastende Kraniche beobachten.

Diese Pressemitteilung ist zugleich auch ein Aufruf an andere Aktive, sich mit eigenen Aktionen am Moorherbst zu beteiligen. Gerne nehmen die Koordinatoren der Biologischen Station weitere Angebote mit in die Veranstaltungsliste auf. Der Moorherbst geht zurück auf das Projekt „Moorschutz in Niedersachsen (MooNi)“ der Biologischen Station Osterholz. MooNi wird gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung.

Liste der bisher beteiligten Moor-Akteure:

  • Biologische Station Osterholz
  • BUND Niedersachsen / Bremen (und lokale Gruppen)
  • Internationaler Naturpark Bourtanger Moor – Bargerveen
  • MoorinformationsZentrum Ahlenmoor
  • Moorinformationszentrum Wedemark – Resse
  • Moorwelten / EFMK (Wagenfeld)
  • Museumshof Winsen (Aller)
  • NABU Niedersachsen (und lokale Gruppen)
  • Niedersächsischer Heimatbund (NHB)
  • WümmeRaum Crew (Fischerhude)
  • Ansprechpartner:
    Jörgen Birkhan, Biologische Station Osterholz e.V., Lindenstr. 40, 27711 OHZ
    Tel.: 04791 / 96 56 99 – 0
    E:Mail: aktion-moorschutz@biologische-station-osterholz.de
    Projekt MooNi: www.moo-ni.de
    Moorherbst: www.moorherbst.de

    Osterholz-Scharmbeck, 26.08.2016

    Die Presseinformation als Download

    Stark gestartet, schon bald keine Puste mehr?

    Zwischenbilanz der Moorschutzpolitik der niedersächsischen Landesregierung

    Gemeinsame Pressemitteilung der Aktion Moorschutz vom 01.12.2015

    Die Bilanz fällt durchwachsen aus: Die Regierung ist mit der Ankündigung des Programmes „Niedersächsische Moorlandschaften“ stark gestartet, ist inzwischen aber u.a. vor den Lobbygruppen der Landwirte eingeknickt. So fasst die Aktion Moorschutz die Arbeit von Weil, Wenzel und Meyer in Bezug auf deren Moorschutzengagement anlässlich des geänderten Landesraumordnungsprogramm-Entwurfes zusammen. Von der Landesregierung fordert das Aktionsbündnis mehr Anstrengungen, auch vor dem Hintergrund der aktuellen Klimakonferenz in Paris und des nationalen Zieles, die Treibhausgase bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken.

    Die entwässerten Moore in Niedersachsen verursachen ca. 12 % der niedersächsischen Treibhausgase, ob auf land-, forst- oder torfwirtschaftlich genutzten Flächen oder ungenutzten Degenerationsstadien. Die Landesregierung hat hier Handlungsbedarf erkannt und mit der Ankündigung des Programmes „Niedersächsische Moorlandschaften“ den – aus Sicht der Aktion Moorschutz – richtigen Weg eingeschlagen.

    Fortschritte im Bereich der Förderung

    In einigen Bereichen hat es große Fortschritte gegeben. Dies gilt insbesondere für eine verbesserte Förderkulisse für Moorschutz auf freiwilliger Basis: das Förderprogramm „Klimaschutz durch Moorentwicklung“, oder die Neuausrichtung der Flurbereinigung als „Flächenmanagement für Klima und Umwelt“. Zudem gibt es starke Anreize, über die Förderung von Paludikulturen klimafreundlichere Formen der Landwirtschaft auf nassen Moorböden umzusetzen. Die Landesregierung hat vorgelegt. Nun sind vor allem die Kommunen aufgefordert, diese Förderprogramme auch in Anspruch zu nehmen und mit Grundeigentümern, Landwirten und Verwaltungen umzusetzen.

    Ebenfalls positiv bewertet das Aktionsbündnis die Einrichtung des Torfersatzforums durch die Landesregierung. Interessenvertreter aus Umwelt, Wissenschaft und Wirtschaft sollen gemeinsam Ersatzstoffe für Torf etablieren.

    Keine Fortschritte im Bereich der Landwirtschaft – Torf darf weiter abgebaut werden

    Im Bereich der Landwirtschaft fällt die Bilanz bisher negativ aus. Die Landwirtschaft verursacht den größten Teil der Treibhausgasemissionen auf Moorböden. Trotzdem habe es keine ernst gemeinten Initiativen gegeben, die intensive Grünlandbewirtschaftung oder den klimaschädlichen Maisanbau auf Moorböden einzudämmen, erläutert Dr. Hans-Gerhard Kulp von der Biologischen Station Osterholz. Im Gegenteil, im aktuellen Entwurf des Landesraumordnungsprogramms (LROP) würde die gängige, moorschädigende Bewirtschaftung ausdrücklich freigestellt werden.

    Torfabbau soll nur noch klimaneutral genehmigt werden. Dazu wurde ein CO2-Ausgleichsmechanismus in das LROP aufgenommen. Dieses muss sich in der Praxis aber noch bewähren und greift in der Bilanz CO2-senkend erst nach vielen Jahrzehnten.

    Es bleibt viel zu tun: Die Forderungen der Aktion Moorschutz

    Es bleibt viel zu tun für den Rest der Legislaturperiode, um zu einem wirksamen Schutz der Moore in Niedersachsen zu kommen. Die Aktion Moorschutz unterstützt jede Politik, die weg führt von der Entwässerung und Zerstörung der Moore. Notwendig seien „eine nachhaltigere Bewirtschaftung, der Erhalt und die Entwicklung der Moore im Interesse des Klimas, des Naturschutzes und nicht zuletzt des Menschen“ stellte der niedersächsische NABU-Landesvorsitzende Dr. Holger Buschmann fest.
    Forderungen der Aktion Moorschutz:

    • Es darf keinen Torfabbau ohne eine Folgenutzung Moorentwicklung geben. Alte, bestehende Abtorfungsgenehmigungen müssen daraufhin überprüft werden.
    • Im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren müssen wasserrechtliche Verfahren zur Wiedervernässung insbesondere auch ungenutzter Moorflächen vorgeschrieben und konsequent umgesetzt werden. Die Erfahrungen zeigen, dass diese, da nicht gefordert, aus bleiben.
    • Die Landesregierung muss sich konkrete Gedanken über die Einführung einer CO2-orientierten Umlage in der Land- und Forstwirtschaft machen. Landwirte, die ihren Betrieb auf eine extensivere Bewirtschaftung umstellen und damit die Umwelt und das Klima schonen, sollten eine finanzielle Kompensation aus einer CO2-Umlage erhalten. Vor dem Hintergrund der Milchüberproduktion könnte dies auch ein Weg sein, die überschüssige Produktion zurückzufahren und die Landwirte auf der Grundlage von boden- und naturschonenden Kriterien zu entschädigen.
    • Einen verstärkten Blick muss die Landesregierung auch auf ungenutzte entwässerte Hochmoorflächen richten, die bei vergleichsweise hoher Akzeptanz und geringem Mitteleinsatz relativ schnell wiedervernässt werden könnten – die eigentumsrechtliche bzw. wasserrechtliche Erlaubnis dazu vorausgesetzt.
    • Niedersachsen sollte einen freiwilligen Kohlenstoffmarkt initiieren. Damit können sowohl die Öffentlichkeit eingebunden werden als auch neue Wiedervernässungsprojekte initiiert und finanziert werden. Ansätze dafür gibt es in Brandenburg, Schleswig-Holstein und mit den „Moorland“-Zertifikaten sogar ein in Niedersachsen und Bremen initiiertes Projekt.
    • Neben Niedersachsen haben auch andere Länder wie Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein die Klimarelevanz der Moorböden erkannt. Deshalb sollte Niedersachsen, auch aufgrund seiner Verantwortung als moorreichstes Bundesland, eine Bundesratsinitiative starten um in der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) das gemeinsame Problem der Intensivnutzungen auf Moorböden zum Thema zu machen. Mit einem „Moorbauernprogramm“ könnten die Bewirtschafter auf Moorböden entlastet werden, unter der Bedingung auf Ackerbau und intensive Grünlandnutzung zu verzichten.
    • Über den Bundesrat sollte sich Niedersachsen auch dafür stark machen, den Moorschutz in der EU zu verankern: der Stopp des niedersächsischen Torfabbaus darf nicht dazu führen, dass mehr Moore in Osteuropa zerstört und von der Torfindustrie ausgeplündert werden.
    • Der Bedarf an Torf muss reduziert werden. Dafür soll die Landesregierung in Bundesrat aktiv werden. Ziel muss sein, den Torfverbrauch, insbesondere im Hobbybereich einzuschränken.

    Freikarten für MAGIE DER MOORE

    ACHTUNG! Die Teilnahmefrist für das Gewinnspiel ist abgelaufen. Eine Teilnahme ist nicht mehr möglich!

    Für den Film MAGIE DER MOORE des Regisseurs Jan Haft verlost die Aktion Moorschutz zweimal zwei Freikarten. In dem bundesweit am 24. September anlaufenden Kinofilm wird der Lebensraum Moor bildreich dargestellt. Der renommierte Naturfilmer Haft lenkt den Blick auf eines unserer wichtigsten und zugleich schönsten Biotope. Im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten zeigt der Film einen Ort am Übergang zwischen Wasser und Erde, voller spannender Eindrücke.

    Filmplakat Magie der MooreDer an verschiedenen Orten, überwiegend in Nordeuropa, gedrehte Film zeigt in imposanten Bildern die für das Moor typische Pflanzen- und Tierwelt. Neben dem fleischfressenden Sonnentau können die Zuschauer zierliche Moospflanzen, deren Sporenkapseln krachend explodieren, tanzende Kreuzottern und Kraniche, die ihre Jungen im Bruchwald füttern bestaunen. Der Film zeigt uns das Moor als ein filigranes Kunstwerk, das von der Natur in Jahrtausenden erschaffen wurde und welches wir erst allmählich beginnen zu verstehen – und zu bewahren.

    Die Aktion Moorschutz, ein überverbandlicher Zusammenschluss der Biologischen Station Osterholz (BioS), der BUND Landesverbände Bremen und Niedersachsen, der Manfred-Hermsen-Stiftung, des NABU Niedersachsen und des Niedersächsischen Heimatbundes (NHB) verlost in einem Gewinnspiel zweimal zwei Kinofreikarten für den Film MAGIE DER MOORE.

    Die Teilnahme ist ganz einfach:

    • Postalisch: Teilnehmer schicken unter dem Kennwort „Magie der Moore“ ihren Vor- und Nachnamen und ihre postalische Adresse an die Biologische Station Osterholz e.V., Lindenstraße 40, 27711 Osterholz-Scharmbeck.
    • Per Kontaktformular: folgen Sie dem Link und geben Sie in dem Kontaktfeldern Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse, als Betreff „Magie der Moore“ und Ihre Adresse in das Nachricht-Feld ein. Hier geht es zum Kontaktformular!

    Einsendeschluss ist der 21. September 2015. Die Gewinner werden von der BioS informiert. Die Teilnehmer erklären sich einverstanden, dass ihr Name im Fall des Gewinns auf der Webseite der Aktion Moorschutz veröffentlicht wird. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

    Hier geht es zur Internetseite des Films: Magie der Moore – der Film.

    Trailer zum Film: Trailer auf youtube.com

    Meilenstein für den Moorschutz

    Gemeinsame Pressemitteilung der Aktion Moorschutz vom 10. August 2015:

    Das Bündnis Aktion Moorschutz begrüßt das neue niedersächsische Förderprogramm „Klimaschutz durch Moorentwicklung“. „Damit zeigt die Landesregierung, dass sie die Bedeutung der Moore erkannt hat“, sagt Dr. Hans-Gerhard Kulp von der Aktion Moorschutz. Mit dem Förderprogramm werden Projekte zur Wiedervernässung, aber auch Vorhaben zur klimaschonenden Bewirtschaftung von Mooren gefördert.

    Mit dem mehr als 35 Mio. Euro schweren Förderprogramm stellt die rot-grüne Landesregierung ein freiwilliges Instrument zur Verfügung. Interessierte Kommunen, Verbände und Unternehmen, aber auch Land- und Forstwirte können sich daran beteiligen. U.a. wird ein Förderschwerpunkt auf die Bewirtschaftung von nassen Moorböden gelegt. Damit verbunden ist die Idee, Landwirten die Umstellung auf eine klimaschonende Wirtschaftsweise auf Moorböden zu ermöglichen (Paludikultur). Dieser vielversprechende Ansatz bedarf der Förderung. Es ist wichtig mit Pilotprojekten und Beispielbetrieben Erfahrungen zu sammeln und neue Märkte aufzubauen. Die Aktion Moorschutz sieht in dem Programme neben dem wichtigen Klimaschutz aber auch eine Chance für den Natur- und Artenschutz. Das Förderprogramm kann helfen, wichtige und gefährdete Moorlebensräume wieder zu renaturieren. „Es ist wichtig, dass das Programm mit der Förderung von Paludikultur und Wiedervernässungen auch den Natur-und Artenschutz im Moor gebührend berücksichtigt“, hofft Dr. Christoph Zöckler von der Manfred-Hermsen Stiftung.

    Mit dem Förderprogramm macht die Landesregierung einen wichtigen Schritt für den Moor- und Klimaschutz. Ein entsprechendes Förderprogramm fordert die Aktion Moorschutz, an der neben der Biologischen Station Osterholz, die BUND Landesverbände Bremen und Niedersachsen, die Manfred-Hermsen-Stiftung, der NABU Niedersachsen und der Niedersächsische Heimatbund (NHB) beteiligt sind, seit 2012. Die Beteiligten hoffen auf ein reges Interesse an dem Förderangebot. Sie selber sind auch in Zusammenarbeit mit Kommunen und anderen Partnern dabei, für eine Umsteuerung von der Trocken- zur Nasswirtschaft zu werben. Ob das Programm am Ende auch ein großer Erfolg für den Klimaschutz wird, hängt nicht zuletzt von der Bereitschaft der Landwirte ab, an dem Programm mitzuwirken, da etwa zwei Drittel der Moorflächen landwirtschaftlich genutzt werden.

    Darüber hinaus sieht die Aktion Moorschutz aber weiterhin Bedarf für zusätzliche, auch ordnungsrechtliche Maßnahmen, um den Moorschutz langfristig zu sichern. Entwässerte Moore verursachen 12 Prozent aller Treibhausgase in Niedersachsen. Das muss sich ändern. Die Landwirtschaft auf Moor muss klimafreundlicher werden.

    Biologische Station Osterholz startet niedersachsenweites Projekt „Moorschutz in Niedersachsen“

    Gemeinsame Presseerklärung der Aktion Moorschutz

    Moorschutz ist Klimaschutz! Dies und noch viel mehr soll ein im März startendes Projekt der Biologischen Station Osterholz (BioS) den Menschen in Niedersachsen zeigen. Dieses auf drei Jahre ausgelegte Projekt wird mit Unterstützung der Umweltverbände BUND und NABU sowie dem Niedersächsischen Heimatbund umgesetzt. Gefördert wird das Projekt mit 254 000 Euro von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.

    Intakte Moore erfüllen unersetzbare Aufgaben im Ökosystem. Sie haben eine regulierende Wirkung auf den Wasserhaushalt, was beispielsweise für den Hochwasserschutz von großer Bedeutung ist. In den Mooren sind zudem klimaschädliche Gase gebunden. Werden Moore entwässert oder zerstört, werden diese freigesetzt.

    MooNi (Moorschutz in Niedersachsen) verfolgt gegenüber der bisherigen Umweltbildung in Sachen Moorschutz einen neuen Ansatz: Bislang ging es vornehmlich um Grundlagenwissen zur Entstehung der Moore, den Lebensraum Moor mit seinen Tier- und Pflanzenarten und die Kulturhistorie der Moor-Kultivierung. Mit dem neuen Projekt stehen jetzt die Bedeutung für den Klimaschutz und den Hochwasserschutz im Fokus. Welchen Nutzen bieten uns intakte und vernässte Moore an, wie können Moore in Zukunft klimafreundlich genutzt werden?

    „Wesentliche Elemente des Projektes sind Konzepte für die Umweltbildungsarbeit zu aktuellen Moorthemen, ein Moorkoffer für die Umweltbildung, ein Ausstellungsmodul, eine Moor-App sowie ein landesweites Geocaching-Angebot“, sagt Dr. Hans-Gerhard Kulp von der BioS. Mit jährlichen landesweiten Aktionstagen, Schulungen von Multiplikatoren, Hintergrundinformationen und gezielter Öffentlichkeitsarbeit wird das Angebot abgerundet. Bingo-Stiftungsgeschäftsführer Karsten Behr sieht „Bedarf an aktuellen Materialien und Konzepten, um insbesondere die jüngere Generation in die aktuellen Moorschutz-Debatte einzubeziehen“. Dem wird mit diesem Projekt Rechnung getragen.

    Das Bundesland Niedersachsen hat in Deutschland den höchsten Moorbodenanteil und damit auch eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Moore. Über Jahrtausende gewachsene Hoch- und Niedermoore gehörten bis ins letzte Jahrhundert zu den prägenden Naturlandschaften. Mittlerweile sind die Moore bis auf wenige Restflächen durch intensive Nutzung dramatisch verändert und teilweise bereits unwiederbringlich zerstört.

    Aktuelle Forschungen zeigen, dass großräumiger Moorschutz durch Nutzungsänderungen und Wiedervernässungen wertvolle Synergieeffekte für die wichtigsten Naturgüter bietet. Auf landes­politischer Ebene wird an der Umsetzung wichtiger Moorschutzziele mit dem Programm „Niedersächsische Moorlandschaften“ gearbeitet und die Umweltverbände engagieren sich seit Jahren für mehr Moorschutz. „In diesem Zusammenhang kann das aktuelle Projekt einen wertvollen Beitrag zum Moorschutz leisten“, sagt Behr.

    Link zur Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung

    Antwort auf offenen Brief

    Mitte Januar erreichte uns diese Antwort auf unseren offenen Brief, in dem wir Anfang November 2013 Vertreter der niedersächsischen Landesregierung zu ihren Umsetzungsplänen der Moorschutzziele befragt hatten:

    Sehr geehrter Herr Dr. Kulp,

    Herr Ministerpräsident Weil, Herr Minister Meyer und Herr Minister Wenzel danken Ihnen für Ihren Brief und Ihr Engagement für den Schutz der Moore. Herr Ministerpräsident Weil hat gebeten, dass Ihnen das Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz (MU) in Abstimmung mit dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) antwortet.

    Zum Schutzgebietssystem „Norddeutsche Moorlandschaft“ fragen Sie nach, was sich hinter dieser Ankündigung verbirgt.
    Das Projekt verdeutlicht, dass Niedersachsen eine besondere Verpflichtung zum Schutz der noch verbliebenen Moorflächen hat. Die Zusammenstellung der Flächen und die Festlegung von Schutzzielen und Nutzungen werden im Dialog mit der Bevölkerung, Nutzern und Verbänden erfolgen. Ziel ist es, die Schutzfunktionen zurückzugewinnen. Der
    Dialog wurde mit der Veranstaltung „Moor und Klima“ im Juni 2013 eröffnet.

    Eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe unter Leitung des MU mit Vertretern des ML, des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (MW), des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz (NLWKN) und der Landwirtschaftskammernerarbeitet zurzeit die Grundlagen für das Schutzgebietssystem. Eine aktuelle Bestandsanalyse der Hoch- und Niedermoore wird in Kürze vom LBEG und dem NLWKN vorgelegt werden. Sobald die Grundlagen zusammengestellt sind, wird der Dialog entsprechend den Ankündigungen auf der Auftaktveranstaltung im Juni 2013 weitergeführt.

    Sie bitten um Auskunft, wie die Planungskategorie „natürliche CO2-Speicher“ inhaltlich umgesetzt werden soll.
    Es sollen Regelungen für Böden mit hohen Kohlenstoffgehalten getroffen werden, um im Hinblick auf die Klimabilanz und den Klimawandel die Treibhausgasfreisetzung zu vermeiden sowie die biologische Vielfalt zu schützen. Die kohlenstoffhaltigen Böden, die aufgrund ihrer Mächtigkeit und ihrer Entwicklungsfähigkeit als landesbedeutsam eingestuft werden können, werden zukünftig als Vorranggebiete festgelegt.
    Nach der Bekanntmachung der allgemeinen Planungsabsichten am 24.07.2013 für die Aktualisierung des Landesraumordnungsprogramms (LROP) sind dazu zahlreiche Stellungnahmen beim Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eingegangen. Die Stellungnahmen sind ausgewertet und der Entwurf zur Änderung des LROP wird derzeit erarbeitet. Anfang 2014 wird voraussichtlich das Beteiligungsverfahren als online-Verfahren eröffnet. Bitte haben Sie Verständnis, dass Ihnen in dieser Bearbeitungsphase noch keine weiteren Informationen gegeben werden können.

    Sie fragen nach, wie die intensive Landwirtschaft auf den Moorstandorten zurückgedrängt werden kann.
    Mit dem Klimaschutz und der Einbeziehung landwirtschaftlich genutzter Flächen hat sich ein völlig neuer Sachverhalt im Moorschutz ergeben. Dafür gibt es keine Fach- und Finanzierungskonzepte, auf denen ansatzlos aufgebaut werden könnte. Daran wird zurzeit gearbeitet. Die Integration der landwirtschaftlich genutzten Flächen in das Moorentwicklungskonzept ist eine große Herausforderung, die nicht kurzfristig sondern nur mittel- bis
    langfristig kooperativ und im Dialog umsetzbar ist. Um dennoch kurzfristig handeln zu können, werden für ein Sofortprogramm Maßnahmen zusammengestellt, die in 2014 begonnen werden können.

    Für Ihr Angebot, Ihr Expertenwissen einzubringen, danke ich Ihnen und komme gern zu
    gegebener Zeit darauf zurück.

    Mit freundlichen Grüßen,
    im Auftrag
    H. Dorn

    Offener Brief der Aktion Moorschutz

    Offener Brief der Aktion Moorschutz
    an die Vertreter der niedersächsischen Landesregierung

    Stephan Weil, Ministerpräsident
    Stefan Wenzel, Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz
    Christian Meyer, Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

    Sehr geehrter Herr Weil, sehr geehrter Herr Wenzel, sehr geehrter Herr Meyer,

    als Kooperationsbündnis zur Förderung des Moorschutzes in Niedersachsen erachten wir die im rot-grünen Regierungsprogram formulierten Moorschutz-Ziele als richtig und hoch aktuell. Niedersachsen trägt als moorreichstes Bundesland eine besondere Verantwortung in Sachen Moorschutz. Die gegenwärtige Situation unserer Moore ist desaströs, durch Torfabbau und Intensivlandwirtschaft sind die meisten Moore entwässert und stark degradiert. Durch gezielten Schutz und Wiedervernässungsmaßnahmen liegt hier die herausragende Chance, mehrere gesellschaftliche Ziele gleichzeitig anzugehen: Wasser- und Bodenschutz, Natur- und Biodiversitätsschutz sowie drängende Schritte gegen den Klimawandel. Gleichzeitig geht es hier um die Erhaltung einer lebenswerten Landschaft mit Anreizen für die regionale Entwicklung und einen schonenden Tourismus.

    Die Streichung der Vorranggebiete für Torfabbau aus dem Landesraumordnungsprogramm wurde zügig eingeleitet. Wir freuen uns über diesen ersten Schritt als Zeichen eines Wertewandels weg von der Bodenausbeutung. Denn nasse Moorböden sind unsere effizientesten Kohlenstoffspeicher und somit als natürliche Klimaschützer von immenser gesellschaftlicher Bedeutung.

    Nun fordern wir dringend konkrete Umsetzungspläne für die Realisierung weiterer Moorschutzziele. Einige Themenkomplexe sind dabei von herausragender Bedeutung, wie die Aufstellung eines neuen Moorschutzprogrammes, konkrete Ansätze für die Einrichtung von Kohlenstoffsenken sowie Handlungsansätze zum flächenhaften Moorschutz. Wir brauchen Großschutzgebiete mit dem Schwerpunkt Moorschutz und nachhaltige Regionalentwicklung. Was verbirgt sich hinter Ihrer Ankündigung, ein Moorschutzgebietssystem „Norddeutsche Moorlandschaft“ zu schaffen? Wie wird in der Landesraumplanung die neue Vorrangkategorie „natürliche C02-Speicher“ inhaltlich umgesetzt? Wie können wir die intensive Landwirtschaft auf den Moorstandorten zurückdrängen?

    Die Aktion Moorschutz bündelt die Erfahrungen und das Wissen zahlreicher aktiver Moorexperten, sowohl aus dem wissenschaftlichen Bereich als auch aus dem Gebiet des praktischen Naturschutzes. Dieses Wissen haben wir in den vergangenen Monaten mehrfach für Beratungsgespräche zur ergebnisorientierten Umsetzung der Moorschutzziele angeboten. Wir begrüßen die erklärte Bereitschaft der Landesregierung, einen intensiven Dialog mit der Bevölkerung zu pflegen.

    Es fehlen aber bisher die konkreten Maßnahmen und Angebote zur Umsetzung. Allmählich drängt die Zeit, denn neben einer dialogorientierten Konzeptionsphase möchten wir unser Möglichstes tun, weitere Meilensteine für einen nachhaltigen Moorschutz in Niedersachsen in der laufenden Legislaturperiode umzusetzen. Hierfür bieten wir weiterhin freundlich unser Expertenwissen an.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Hans-Gerhard Kulp für die Aktion Moorschutz

    Moorwochenende in Niedersachsen zieht zahlreiche Interessierte an

    Gemeinsame Pressemitteilung der Aktion Moorschutz vom 9.9.2013:

    Die Aktion Moorschutz initiierte das erste niedersachsenweite Moorschutz-Wochenende. In den großen Moorregionen Niedersachsens besuchten zahlreiche Gäste Exkursionen und Informationsveranstaltungen zum Thema Moorschutz.

    Exkursionen machen den Lebensraum Moor erlebbar. Hier:  Geführte Wanderung durch wiedervernässte Bereiche eines ehemals industriell abgetorften Moores im Landkreis Osterholz. (Foto: Lilje)

    Exkursionen machen den Lebensraum Moor erlebbar. Hier: Geführte Wanderung durch wiedervernässte Bereiche eines ehemals industriell abgetorften Moores im Landkreis Osterholz. (Foto: Lilje)

    Anette Lilje von der Aktion Moorschutz erklärt: „Mit dem landesweiten Moor-Wochenende wollen wir Informations- und Erlebnisangebote bündeln. Um möglichst weiträumig Interessierten die Möglichkeit zu vielfältigen Moorerlebnissen zu bieten und die Relevanz des Themas hervorzuheben. Dabei informieren wir über die herausragende Bedeutung von intakten Mooren für Natur- und Klimaschutz. Die jahrzehntelange Entwässerung und intensive Nutzung hat unsere Moore in einen dramatisch schlechten Zustand gebracht. Es muss dringend ein Umdenken hin zu nachhaltigen Nutzungsformen stattfinden.“

    In wichtigen Moor-Regionen Niedersachsens fanden am vergangenen Wochenende Wanderungen, Radtouren und Informationsveranstaltungen zum Thema Moor statt, u.a. in den Landkreisen Ammerland, Cuxhaven, Diepholz, Gifhorn, Osterholz, Uelzen, Wesermarsch sowie in der Region Hannover. Das Moor-Erlebnis stand dabei im Vordergrund, doch auch die aktuellen Anforderungen für einen nachhaltigen, großräumigen Moorschutz wurden mit den Besucherinnen und Besuchern diskutiert.
    „Faszinierend, was es alles im Moor zu entdecken gibt“, staunt die Besucherin einer Moorwanderung im Landkreis Osterholz. Die Teilnehmenden tauschen sich über die Erlebnisse aus, die Jung und Alt mit dem Lebensraum Moor verbinden und sind sich einig: „Moorschutz geht uns alle an.“

    Hintergrund

    Intakte Moorböden speichern riesige Mengen Kohlenstoff, wodurch auf natürliche Art das Klima geschützt wird. Zugleich bieten die nassen Lebensräume zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten seltene Refugien und sind wichtig für den Landschaftswasserhaushalt. Niedersachsen ist das moorreichste Bundesland und trägt eine besondere Verantwortung für den Erhalt der wertvollen Moor-Lebensräume. Rund 95 % unserer Moorböden sind jedoch für intensive landwirtschaftliche Nutzung und Torfabbau entwässert, was ihre positiven Ökosystemdienstleistungen stark beeinträchtigt. Als Folge stammen rund 12 % der niedersächsischen Treibhausgasemissionen aus degradierten Moorböden, Wasserhaushalt und Artenvielfalt werden durch die intensiven Moornutzungen stark beeinträchtigt. Die Aktion Moorschutz fordert die Entwicklung eines weiträumigen Moorschutzes, die gezielte Wiedervernässung wertvoller Flächen sowie die Entwicklung moorschonender Nutzungsformen.