Das Ende des Torfabbaus im Norden

Ein Beitrag von Radio Bremen in seinem TV-Magazin buten & binnen vom 5. Januar 2018. Thematisiert werden die Problematik des Torfabbaus und die Entwicklung von Paludikultur (die landwirtschaftliche Nutzung nasser Flächen).

https://www.butenunbinnen.de/videos/torfabbau100.html

Nachhaltigkeitsstrategie vorgestellt

Umweltminister Stefan Wenzel stellt Nachhaltigkeitsstrategie vor: Umwelt, Soziale und wirtschaftliche Interessen in Einklang bringen – Kein langfristiges Wohlergeben ohne Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen

Umweltminister Stefan Wenzel hat am Montag (heute) die neue Nachhaltigkeitsstrategie für das Land Niedersachsen vorgestellt. „Wir verpflichten uns darin, unser Regierungs- und Verwaltungshandeln auf das Prinzip der Nachhaltigkeit auszurichten. Alle Entscheidungen und Maßnahmen der Regierung sollen sowohl die Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung als auch auf die Stärkung der sozialen Gerechtigkeit und den Schutz der Natur berücksichtigen“, sagte der Minister in einem Pressegespräch im Rahmen der Auftaktveranstaltung in Lüneburg.

Der traditionelle Versuch, die Entwicklung einer Gesellschaft ausschließlich mit dem statistischen Wert des Bruttoinlandsproduktes zu beschreiben, sei nicht zielführend. „Das Bruttoinlandsprodukt ist blind für gesellschaftliche Fehlentwicklungen“, so Wenzel, „Wer sich dem Wohlergehen künftiger Generationen verpflichtet fühlt, muss zugleich die Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Blick haben.“ Diese Gegensätze zeigten sich auch in Niedersachsen: Während die Wirtschaftskraft weiter wachse, seien bei der Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren bedrohliche Rückgänge zu verzeichnen. Künftige Wohlfahrtsindikatoren müssten die Entwicklung der Gesellschaft ganzheitlich abbilden.

„Mir liegt das Thema Nachhaltigkeit sehr am Herzen. Vor dreißig Jahren stellte die damalige Ministerpräsidentin von Norwegen Gro Harlem Brundtland ihr Konzept zur Generationengerechtigkeit vor und löste damit den bis heute anhaltenden weltweiten Diskurs über die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung aus. Deshalb freue ich mich, dass die Strategie hier in Lüneburg zuerst vorgestellt wird“ sagte die Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Jutta Schiecke.

In einer Broschüre mit über 150 Seiten beschreibt die Strategie 26 Handlungsfelder und 60 Indikatoren. Dazu gehören zum Beispiel der Anteil der Erneuerbaren Energien, die Wasser­qualität, die Ausbildung der Bevölkerung, die Arbeitslosenquote und viele andere Kriterien mehr. Im längerfristigen Vergleich können die Indikatoren wichtige Hinweise auf Handlungs­bedarf und gesellschaftliche Fehlentwicklungen geben.

Die Nachhaltigkeitsstrategie wurde in intensiver Zusammenarbeit aller Ressorts und der Staatskanzlei erarbeitet und im Mai vom Kabinett beschlossen. In zwei Jahren soll dazu ein bilanzierender Fortschrittsbericht erarbeitet werden.

Pressemitteilung des Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz vom 26. Juni 2017.

Broschüre Nachhaltigkeitsstrategie als Download>>

Teufelsmoor und Wachtelkönig

Im Rahmen der NDR-Serie „die Nordstory“ besuchte Angela Sonntag mit Ihrem Team den Künstlerort Worpswede und das umliegende Teufelsmoor. Neben der kulturellen Seite Worpswedes beleuchtet der TV-Beitrag „Das Künstlerdorf Worpswede“ interessante Facetten des Lebensraumes Moor: Von der Kulturgeschichte des Moor-Gagels über die Bedeutung der Moore für den Klimaschutz bis hin zur naturverträglichen Landwirtschaft im Naturschutzgebiet.

Der Beitrag in der NDR-Mediathek →

neuneinhalb berichtet übers Moor

neuneinhalb, das WDR-Nachrichtenmagazin für Kinder hat am 4. Februar einen Beitrag zum Moor und Moorschutz ausgestrahlt. Der Beitrag ist in der Mediathek der ARD abrufbar unter dem Link:
http://mediathek.daserste.de/neuneinhalb-das-Nachrichtenmagazin-f%C3%BCr/Mehr-Moor-Warum-wir-diesen-Lebensraum/Video?bcastId=431486&documentId=40456132

Vom Nachrichtenmagazin neuneinhalb war Johannes Büchs im Gifhorner Moor und hat dort erfahren, das Moore gut für den Klimaschutz und gar nicht so unheimlich sind, wie manche glauben.

Projekt Terra Preta ausgezeichnet

Das BUND-Projekt „Terra Preta in Niedersachsen“ hat das Qualitätssiegel „Projekt Nachhaltigkeit 2017“ des Nachhaltigkeitsrates verliehen bekommen. Mit seinen Einsatz für ein torffreies Gärtnern zum Schutz der niedersächsischen Moore hat der BUND die Jury des Nachhaltigkeitsrates überzeugt: „Mit Ihrem Projekt haben Sie Nachhaltigkeit zu Ihrer Aufgabe gemacht und arbeiten so an der Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele“, so die Begründung.

Das BUND-Projekt informiert in Vorträgen, Workshops und Seminaren über Alternativen zu Torferden – vor allem im Hobbygartenbereich – und erprobt an 25 Orten in ganz Niedersachsen das Gärtnern mit dem Torfersatzstoff Terra Preta.

Quelle: Pressemitteilung des BUND Landesverband Niedersachsen e.V. vom 3. Februar 2017

Download der Pressemitteilung

Quelle der Grafik: http://www.bund-niedersachsen.de/projekte_einrichtungen/projekte/terra_preta_in_niedersachsen/material/

Moorherbst bei SAT.1

Das Fernsehteam von SAT.1 Regional begleitete eine Schulklasse aus Gifhorn bei einer Exkursion ins Moor. Der NABU Gifhorn führte die Exkursion im Rahmen der Aktionswoche Moorherbst in Niedersachsen durch. 27 Schülerinnen und Schüler der Forscherklasse entkusselten eine Moorfläche, säten Wollgrassamen und freuten sich über ein Fahrt mit der Moorbahn.

Zu sehen ist der Beitrag auf der Internetseite von SAT.1 Regional unter:
http://www.sat1regional.de/aktuell/article/moore-in-niedersachsen-erkunden-naturschutzverbaende-bieten-exkursionen-an-215326.html
Quelle: SAT.1 Regional (Zugriff am 30.09.16)

YouTube-Beitrag über das Fehnmuseum

Direkt bei den „Dreibrücken“ in Elisabethfehn, im Oldenburger Münsterland, zwischen Barßel und dem Saterland liegt das MOOR- UND FEHNMUSEUM. In den zwei Ausstellungshäusern und auf dem Außengelände kann man interaktiv entdecken, wie die Hochmoore entstanden sind, wie der Mensch die Landschaft rund um Elisabethfehn geprägt hat und was man heute an den Hochmooren hat. Ein Besuch lohnt sich.

Hier geht es zum YouTube-Beitrag.

Weitere Informationen gibt es unter www.fehnmuseum.de

NWZ: Natur erleben mitten im Moor

In deutschen Mooren kann man sich kaum noch nasse Füße holen. Das müsse sich ändern, meinen Naturschützer.

Hannover/Oldenburger Land Jahrhundertelang waren Moore für die Menschen nur schauriges, von Nebelschwaden und Irrlichtern beherrschtes Ödland. Heute ist klar: Sie spielen eine wichtige Rolle beim Klimaschutz. Dabei haben die meisten Moore aber ein Problem: Sie sind nicht mehr feucht genug.

„Moore speichern Kohlenstoff in Form von abgestorbenem Pflanzenmaterial“, sagt Kirsten Thonicke vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Feuchtigkeit bewahrt den Kohlenstoff vor Zersetzung. Ein entwässerter Torfkörper setzt hingegen Kohlendioxid (CO2) frei. „CO2 hat direkte Auswirkung auf die Erhöhung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre und damit den anthropogenen (den von Menschen verursachten) Treibhauseffekt“, sagt Thonicke.

„99 Prozent aller Moore in Deutschland sind durch Entwässerung geschädigt“, sagt Karin Ullrich vom Bundesamt für Naturschutz (BfN). Davon gelten fünf bis sieben Prozent als nur gering geschädigt und „naturnah“. „Ein Prozent ist intakt“, sagt die Biologin.

Gut 90 Prozent der Moorböden werden genutzt, vor allem von der Landwirtschaft. „Die Hälfte ist Grünland, ein Viertel Ackerland und 15 Prozent Forst oder Wald“, sagt Ullrich. Nur sechs Prozent der landwirtschaftlichen Gesamtfläche sind Moorstandorte. Im Vergleich zu anderen Böden entweicht ihnen aber bei weitem das meiste CO2.

Bekämen die Moore ihre Feuchtigkeit zurück, könnte das die Emissionen deutlich reduzieren. Der Fachmann spricht von Wiedervernässung. Für Augustin Berghöfer vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig ist die Wiedervernässung von Moorböden auch eine der volkswirtschaftlich kostengünstigsten Maßnahmen, um Kohlendioxid einzusparen. „Und sie ist kurzfristig deutlich effektiver als die Einsparungen durch Bio-Diesel“, sagt Berghöfer.

„Wiedervernässen heißt nicht, dass Flächen aus der Nutzung genommen werden“, stellt Ullrich klar. Denn es gibt alternative Nutzungsmöglichkeiten für Hoch- und Niedermoore, die für mehr Feuchtigkeit in den Böden sorgen. Sie werden im Fachjargon als Paludikultur bezeichnet. Mecklenburg-Vorpommern ist Vorreiter auf diesem Gebiet. Am Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald laufen zahlreiche Projekte.

Die Paludikultur-Palette ist breit. Schilf und Rohrkolben können als Biomasse oder Baustoff genutzt werden. Schwarzerlen liefern hochwertiges Holz, Sonnentau Arzneistoffe und Torfmoos Gartensubstrat. Auch die Beweidung nasser Standorte durch Wasserbüffel ist denkbar.

Noch tun sich Landwirte mit den Alternativen schwer. Wegen bestimmter Fördermittel ist beispielsweise der Anbau von Energiemais unter reichlich Gülleeinsatz auf Moorflächen momentan weitaus lukrativer. Ullrich spricht von „schädlichen Förderungen“. Auch Berghöfer sieht Regelungsbedarf, die Landwirte bräuchten finanzielle Anreize.

Wiedervernässung ist auch ein Renaturierungs-Instrument für ehemalige Torfabbaugebiete. Im Vehnemoor in Bösel und auch im Ammerland wird beispielsweise noch Torf abgebaut, und zum Teil wird es wiedervernässt. Ebenso im Ahrensfelder Moor (Landkreis Osterholz). Dort wird gerade mit Mitteln des europäischen Förderprogramms „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ und des Landes Niedersachsen ein 18 Hektar großer, ehemaliger Torfstich „nass gemacht“. Um das Regenwasser zu halten, wurden Gräben verschlossen und kleine Dämme errichtet. Julian Linke von der örtlichen Biologischen Station hofft, dass dort die typischen Tier- und Pflanzengemeinschaften der Hochmoore einziehen. „Diese Projekte sind auf lange Zeit angelegt.“

Moorböden, die gerade erst ihre Feuchtigkeit zurückerhalten haben, geben anfänglich viel Methan – auch ein Klimagas – ab. „Das nimmt dann deutlich ab“, sagt Thomas Kleinen vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie. Berghöfer spricht von einem ein bis zwei Jahre dauernden „Methan-Peak“. Langfristig entziehen Moore aber der Umgebung Kohlendioxid und Stickstoff. „Das funktioniert schon, man muss nur ein wenig Geduld haben“, sagt Kleinen.

Quelle: NWZ-Online (Zugriff am 29.09.2016)
http://www.nwzonline.de/wirtschaft/weser-ems/natur-erleben-mitten-im-moor_a_31,1,1488132903.html

NDR-Beitrag über das Große Moor bei Gifhorn

Am 23. August zeigt das NDR-Fernsehen einen Beitrag über ein ehrgeiziges Wiedervernässungsprojekt im Großen Moor bei Gifhorn. Die Dokumentation aus der NDR Reihe „NaturNah“ begleitet die Naturschützer ein Jahr lang und verfolgt, ob sie es tatsächlich schaffen, das Große Moor bei Gifhorn wieder zu vernässen. Der 30-minütige Beitrag wird am 23. August um 18:15 Uhr und am 24. August um 13:00 Uhr im NDR-Fernsehen ausgestrahlt.

Quelle: NDR (Zugriff am 02.08.2016)
Mehr Informationen zu dem Beitrag unter
http://www.ndr.de/fernsehen/epg/import/NaturNah-Mehr-Moor,sendung545670.html

11 Mio. Euro Fördermittel für 2016

Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz hat über den Start der Förderung von Projekten nach der Richtlinie „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ informiert.

Nachdem die Richtlinie im letzten Jahr in Kraft getreten ist, können nun die ersten zwölf Projekte gefördert werden. Für die Förderung werden fast 4,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und 3,1 Millionen Euro an Landesmitteln zum Einsatz kommen. Die Zuwendungsbescheide werden in diesen Tagen versendet.

Es stehen aber weitere Mittel zur Verfügung. Allein für dieses Jahr können noch über 11 Millionen Euro bewilligt werden, sodass zurzeit auch noch Förderanträge bei der Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank) bis zum 31.03.2016 gestellt werden können.

„Ich freue mich, dass wir Partner aus der Landwirtschaft und aus dem Bereich der Torfgewinnung für neue Ideen gewinnen konnten“, sagt Umweltminister Stefan Wenzel. „Es zeigt sich, dass wir neue Wege beschreiten können, die langfristig und dauerhaft dem Schutz des Klimas und der Moore dienen werden.“

Die Richtlinie leistet einen Beitrag für den Klimaschutz, da Projekte zur Reduzierung von Treibhausgasen aus Moorböden gefördert werden. Moore haben für den Klimaschutz eine große Bedeutung. Rund 11 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in Niedersachsen stammen aus genutzten beziehungsweise entwässerten Mooren und weiteren kohlenstoffreichen Böden. In erster Linie wird in den Projekten der Wasserhaushalt in den Mooren optimiert. Die neue Richtlinie hat dabei nicht nur die Hochmoore, sondern auch die Niedermoore im Fokus. Daneben werden auch Projekte gefördert, die eine alternative, klimaschonende Bewirtschaftung von Moorböden entwickeln sollen.

Quelle: Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Pressemitteilung Nr. 72/2016

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