Moorschutz bei Bremervörde

Einhundert neue „Moorexperten“

Ein voller Erfolg war die Wanderung im Elm am Wochenende: Die Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West e.V. und der BUND Niedersachsen hatten eingeladen und Manfred Schuster konnte in der Gaststätte „Zum Elmer See“ rund 100 Wanderlustige begrüßen.

Nach dem gemeinsamen Essen stellte Dr. Hans-Joachim Andres in einem Lichtbildervortrag das Moor und insbesondere das Torfmoos als wichtigsten Bewohner vor. Es muss sich mit den wiedervernässten Flächen erst einmal anfreunden und steht dabei in einem heftigen Konkurrenzkampf mit Gräsern, Büschen und Bäumen. Aktives Torfmoos ist ein wichtiger Klimafaktor, denn es bindet in großem Umfang Kohlendioxid und liefert das ganze Jahr Sauerstoff. In diesem Zusammenhang wies er auf die hohe Klimarelevanz der Moore hin und auf die Forderungen der Aktion Moorschutz.

Dann begann der „größte Moor-Workshop der Elbe-Weser-Region“, wie der Referent scherzhaft bemerkte. Vier große Gruppen marschierten los und die Teilnehmer mussten an den Stationen zunächst die vorgestellten Naturereignisse finden und mit eigenen Worten beschreiben. Erst dann durften sie in den mitgegebenen Unterlagen nachlesen, was sie eventuell übersehen hatten. Und jung und alt – von Kindern bis Senioren – war mit Begeisterung dabei. Viele Teilnehmende beschlossen spontan, ihr Engagement in Sachen Moorschutz zu verstärken und auch Freunde und Bekannte darüber zu informieren.

Text (leicht verändert): Dr. Hans-Joachim Andres

Fotos: Dr. Hans-Joachim Andres / Manfred Schuster

Vareler NABU stellt Aktion Moorschutz vor

Auf dem Vareler Kürbismarkt präsentierte der neu gegründete NABU Varel die Aktion Moorschutz und informierte an seinem Stand über die Bedeutung unserer Moore.

Moor-Erlebnistage im Ahlenmoor

Moor-Erlebnistage im Ahlenmoor

Die ersten Moor-Erlebnistage im Ahlenmoor, Landkreis Cuxhaven, waren ein guter Erfolg. „Vor allem die Klimafahrten in der Moorbahn wurden super angenommen. Da sind über 80 BesucherInnen mitgefahren“, berichtet Karin Fäcke vom MoorIZ.
Ein Besucher gesteht verblüfft: „Ich hatte keine Ahnung, wie stark Moorschutz und Klimaschutz zusammenhängen und wie wichtig deshalb der Schutz unserer Moore ist“.

Moorerleben in der Hannoverschen Moorgeest

Gleich an zwei Veranstaltungen wurde die Aktion Moorschutz am Moorinformationszentrum Resse in der Wedemark vorgestellt: Interessierte BesucherInnen besuchten am Regionsentdeckertag sowie an den Moorerlebnistagen unseren Stand. Die Forderungen der Aktion Moorschutz animierten zu Gesprächen und Diskussionen über die Entwicklungen gerade in der Hannoverschen Moorgeest. Auf Exkursionen wurden Zustand und Bedeutung der hannoverschen Moore erläutert. Das vor Kurzem bewilligte EU-Life+ Projekt eröffnet hier wichtige Chancen für Umwelt und Bevölkerung.

Exkursion Günnemoor

Ein alter Verbindungsweg quer durch’s Moor wird wieder zum Leben erweckt: Die Ortschaften Teufelsmoor und Verlüßmoor sind während der Spätsommermonate nun trockenen Fußes über einen Pfad erreichbar. Dieser ermöglicht Naturbeobachtungen im Moor aus nächster Nähe. Da die Moorflächen wichtige Lebensräume für störungsempfinfliche Brut- und Rastvögel sind, ist der Weg vom 1.10. bis 15.6. geschlossen. Die offizielle Einweihung folgt im nächsten Jahr.
Die weitgehend offenen Moorflächen links und rechts des Weges ermöglichen das Erlebnis einer naturnahen Moorlandschaft, wie sie für weite Teile Niedersachsens eigentlich typisch wäre – wenn nicht die meisten Moore durch Entwässerung in intensive Bewirtschaftung überführt worden wären. Hier lässt sich sehen, was durch gezielte Moorschutzmaßnahmen wieder entwickelbar wäre.

Veranstaltungen in der Teufelsmoorregion

Bei Veranstaltungen in der Teufelsmoorregion sind die Biologische Station Osterholz und die Aktion Moorschutz immer dabei und ziehen viele naturinteressierte Gäste an.

Exkursion Niedersandhausen

Zahlreiche Exkursionen führen ins Moor: Hier wird das Niedersandhauser Moor in der Teufelsmoorregion vorgestellt, die Gäste verfolgen gebannt die Exkursion von Imke Drewitz und diskutieren mit Anette Lilje über die Bedeutung von Mooren für den Klimaschutz. Es gibt allerhand zu entdecken: Zarte Sonnentau-Pflänzchen am Wegesrand verdauen ihr Insekten-Frühstück, Wespenspinnen haben ihre imposanten Netze aufgespannt. Schwingrasen an einem Moortümpel lässt die BesucherInnen den federnden Moorboden spüren, lachend springen und wanken sie über den unsicheren Grund. Heideflächen und Kiefernaufwuchs verraten an einer anderen Stelle, dass das Moor zu trocken ist und sich der Torf zersetzt und dadurch Treibhausgase ausstößt. An einem kleinen Handtorfstich ist zu erkennen, wie kleinflächig der Moorboden durch diese Wirtschaftsweise früher zerkuhlt wurde. Das macht Wiedervernässungsmaßnahmen vielerorts schwierig, da für eine erfolgreiche Wiedervernässung möglichst niedrige, gleichmäßige Wasserstände notwendig sind.

Streifzug durchs wilde Vehnemoor

Die heutige Auftaktveranstaltung wurde vom BUND Ammerland im Vehnemoor organisiert. Ein toller Nachmittag mit rund 70 interessierten BesucherInnen sowie VertreterInnen aus Politik und Presse! Wir sind begeistert: Hergen Erhardt hat eine spannende Exkursion gestaltet, begleitet von Susanne Grube, Anette Lilje und Mathias Wolterink.

Das wechselhafte Wetter passt gut zu dieser widersprüchlichen Moorlandschaft. Der Blick in die Abtorfungsflächen ist trist: Leblose, planierte Weite. An tiefen Gräben und hohen Torfaufschüttungen werden die Dimensionen des Bodenabbaus bewusst. »Die reinste Mondlandschaft. Da wächst nichts mehr«, bemerkt eine Besucherin.

Nur einen Kilometer weiter dann das erfreuliche Gegenteil: Wiedervernässungsflächen schillern im Nachmittagslicht, ein Gänsetrupp im Flachwasser lässt sich nicht von uns stören, Pfeifengras wiegt sich schimmernd im Wind, ein Brachvogel pfeift melancholisch. Mit einem intakten Moor hat zwar auch das noch nicht allzu viel zu tun. So eine Entwicklung braucht viel Zeit. Aber an einigen Stellen wachsen bereits Torfmoose sowie Sonnentau, dessen kleine Blüten und Samen bestaunt werden.

Am Ende des Nachmittags sind sich alle einig: Moore sind faszinierende, einzigartige Lebensräume. Es muss mehr getan werden für den Erhalt unserer Moore.

Exkursion durchs Vehnemoor am kommenden Sonntag (26.08.2012)

Fotos aus dem Vehnemoor, wo am Sonntag die erste Exkursion stattfindet.

Fotos: © Hergen Erhardt