Pressemeldung der Aktion Moorschutz

Moorbrände durch Wiedervernässung verhindern!

Durch den katastrophalen Moorbrand im Emsland wird offensichtlich, wie klimaschädlich die Entwässerung der Moore ist. Aber auch nach dem das Feuer gelöscht sein wird, werden die entwässerten Hochmoore Niedersachsens durch Austrocknung und Mineralisation weiterhin große Mengen CO2 in die Atmosphäre abgeben. Moornutzung und Torfzersetzung bleiben also ein relevanter Belastungsfaktor für das Klima und damit eine schleichende und andauernde Katastrophe.

Durch verantwortungslose Leichtfertigkeit wurde das trockene Moor der Tinner Dose von der Bundeswehr in Brand gesetzt. Gerade nach einem so trockenen und heißen Sommer hätten keine Schießübungen im Moor stattfinden dürfen. Der brennende Torf setzt mehrere 100.000 t von klimaschädlichem CO2 frei und belastet die Bevölkerung bis ins 100 km entfernte Bremen und darüber hinaus mit beißendem Rauch und Feinstaub. Wir erinnern uns an die Moorbrände bei Moskau vor einigen Jahren oder in Indonesien, die ebenfalls in kürzester Zeit gigantische Mengen CO2 in die Atmosphäre bliesen und damit den Treibhauseffekt verstärkten.

Neben dem Schaden für das Klima wird auch auf vielen Quadratkilometern die Tier- und Pflanzenwelt in einem der größten und naturnahesten Moorschutzgebiete Deutschlands zerstört. „Dies nicht nur wegen des Brandes selbst, sondern auch durch das nähstoffreiche Löschwasser aus der Radde, das den Charakter des an sich nährstoffarmen und wertvollen Hochmoores vollständig verändert. Die letzten wachsenden Hochmoorbereiche werden dadurch in Binsenfluren verwandelt, während torfbildende Torfmoose geschädigt werden“, so Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen.
Der BUND Niedersachsen hat aufgrund der weitereichenden Umweltschäden Strafanzeige beim Amtsgericht Osnabrück wegen fahrlässiger Brandstiftung, leichtfertiger Freisetzung von gesundheitsgefährdenden Luftschadstoffen und Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete erstattet.

Moore sind die größten und wichtigsten Kohlenstoffspeicher in Niedersachsen. Sie haben über Jahrtausende das CO2 der Atmosphäre entzogen und im Torf gespeichert. Nur im nassen Moor ist der Kohlenstoff im Torf sicher vor Zersetzung oder Verbrennung.

Die einfachste und sicherste Vorbeugung gegen Moorbrände und für den Erhalt der Moore als artenreiche Lebensräume und Kohlenstoffsenken ist die Vernässung. Selbst die meisten unter Naturschutz stehenden Moore sind entwässert. Die Aktion Moorschutz fordert von der niedersächsischen Landesregierung endlich konsequenten Moorschutz durch Vernässung für Mensch und Natur. Dazu müssen für den Flächenankauf, die Planung und Maßnahmenumsetzung ausreichend Landesmittel zur Verfügung gestellt werden.

Hintergrund:

Niedersachsen ist das moorreichste Bundesland. Aber weil 95 % der Moorböden entwässert sind stammen 12 % der Treibhausgase in Niedersachsen aus den entwässerten Mooren.