Neue Forderungen zum Moorschutz

Die Aktion Moorschutz hat neue Forderungen zum Moorschutz aufgestellt um der neu zu wählende niedersächsische Landesregierung eine moor- und klimapolitische Orientierung zu geben.

(Wieder-)Vernässung von Moorschutzgebieten
Das Land Niedersachsen hat viele Moorgebiete unter Schutz gestellt, ohne allerdings im notwendigen Maße den jeweiligen mooreigenen Wasserhaushalt zu verbessern. Die Entwässerung ist der Tod des Moores zu Lasten der Biodiversität und des Klimas. Deshalb fordern wir dringend, dass die neue Landesregierung mindestens 20.000 ha landeseigene Moorflächen und sonstige Schutzgebiete wieder vernässt und ein verlässliches Wassermanagement einführt.

Modellregionen Biosphärenpark Moorlandschaft
Niedersachsen ist das moorreichste Bundesland. Die Nutzung und der Schutz von Moorlandschaften stehen vor dem Hintergrund von Klimawandel und Hochwasserschutz vor großen Herausforderungen. In zwei zu errichtenden Großschutzgebieten für Hoch- und Niedermoorgebiete soll das Land Niedersachsen eine nachhaltige Regionalentwicklung modellhaft unter Berücksichtigung der ökonomischen und sozialen Belange klimafreundlich umsetzen.

Förderung moorverträglicher
Landwirtschaft Intensive Landwirtschaft auf Moorböden führt nicht nur zu einer erhöhten Menge an Treibhausgasen, in Folge werden auch Nitrate und Phosphate über die Gräben ausgeschwemmt. Im Sinne des Klima- und Gewässerschutzes muss die landwirtschaftliche Nutzung auf Moorböden dringend extensiviert werden. Dafür brauchen landwirtschaftliche Betriebe einen Einkommensausgleich. Niedersachsen soll den Ackerbau auf Moorböden unterbinden und Landwirten, die ihre Flächen extensivieren und vernässen wollen einen fairen Ausgleich anbieten. Modellprojekte wie im Gnarrenburger Moor müssen gefördert und ausgebaut werden.

Flächen und Fördermittel für Paludikultur
Die Umstellung auf eine Landwirtschaft auf nassen Torfböden (Paludikultur) muss gefördert werden. Dafür muss Niedersachsen zukünftig mehr eigene / ergänzende Fördermittel zur Verfügung stellen, um die Pilotprojekte zur wirtschaftlichen Reife zu entwickeln. Das beim Torfmoosfarming geerntete Substrat kann ein echter Ersatz für den Weißtorf sein. Das in Schilf- und Rohrkolbenkulturen gewonnene Material kann Dämmstoffe aus Erdöl ersetzen. Um Paludikulturen wirtschaftlich fahren zu können, müssen sie in das Fördersystem der EU integriert werden. Die Niedersächsische Landesregierung wird aufgefordert, entsprechende Initiativen über Bundesrat und Bundesregierung an die EU heranzutragen. Sie soll (zusätzlich zu den neu zu vernässenden 20.000 ha Moorflächen) mindestens 1 .000 ha Moorflächen in Landeseigentum bis 2022 für eine klimafreundliche, nasse Landwirtschaft zur Verfügung stellen.

Kein Torf mehr für den Hobbygartenbau
Der Hobbygartenbau verbraucht fast die Hälfte des Torfes, der in den Mooren abgebaut wird. Blumenerde kann auch aus anderen Rohstoffen als Torf hergestellt werden. Niedersachsen soll sich dafür einsetzen, dass weniger Torf in den Hobbygärten verbraucht und mittelfristig ausschließlich torffreie Erden genutzt werden. Dafür muss das Land auf landes- und bundespolitischer Ebene tätig werden. Sowohl freiwillige, als auch ordnungspolitische Instrumente müssen unter Berücksichtigung ihrer Wirksamkeit genutzt werden.

Klimaziele für die niedersächsischen Moore
Niedersachsen braucht auch für seine Moore ein klares Klimaziel. Ein CO2 -Reduktionsziel von 30% bis 2030, bzw. 80% bis 2050 gegenüber 1990 würde einerseits den notwendigen Beitrag zum Klimaschutz gewährleisten und andererseits für die betroffenen Landwirte und die Kommunen Planungssicherheit geben.