Niedermoor

Niedermoore können sich an Stellen bilden, wo Grundwasser an der Bodenoberfläche ansteht. Beispielsweise in Flussauen, feuchten Senken oder zum Beispiel bei der Verlandung von Tümpeln. Im stehenden Gewässer sinkt abgestorbenes Pflanzenmaterial zu Boden und sammelt sich dort allmählich an. Besteht am Gewässergrund Sauerstoffarmut, werden diese Pflanzenreste nicht oder nur teilweise zersetzt. Immer mehr Pflanzenmaterial sammelt sich an und bildet Torf, auf dem neue Pflanzen aufwachsen. Niedermoor-Torfe haben eine vergleichsweise geringe Mächtigkeit und liegen dem mineralischen Untergrund auf.

Hammeniederung

Hammeniederung

Im Gegensatz zu den kargen Hochmooren sind Niedermoore nährstoffreicher und vergleichsweise weniger sauer. Dadurch bieten sie einer Vielzahl von Pflanzen Lebensraum. Je nach Standortbedingungen bilden sich Pflanzengesellschaften beispielsweise aus Binsen, Schilf, Rohrkolben und sogar aus Bäumen wie Erlen und Weiden. Hier wird Jahr für Jahr sehr viel Pflanzenmasse produziert. Schilfflächen und Röhrichte bringen es auf bis zu 16t/ha Pflanzen-Trockenmasse pro Jahr! Damit entsprechen sie in ihrer Produktivität den Laubwäldern. Warum das wichtig ist? Weil die Pflanzen während ihres Wachstums permanent CO2 aus der der Atmosphäre ziehen und dieses speichern. Die als Torf konservierten Pflanzenreste speichern den Kohlenstoff dauerhaft. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Torf austrocknet. Denn unter Sauerstoffeinfluss werden die Pflanzenreste zersetzt und das CO2 wird wieder in die Atmosphäre freigesetzt.

Es gibt verschiedene Typen von Niedermooren. Etwa zwei Drittel unserer niedersächsischen Niedermoore sind Versumpfungsmoore (z. B. der Drömling im Grenzgebiet zu Sachsen-Anhalt), an zweithäufigster Stelle stehen die Überflutungsmoore (z. B. Fehntjer Tief, Landkreis Aurich und Hammeniederung, Landkreis Osterholz) entlang von Flussauen. Verlandungsmoore findet man z.B. am Dümmer sowie am Steinhuder Meer.

Unter geeigneten Bedingungen können sich aus Niedermooren Zwischenmoore bilden. Diese sind etwas über den Grundwasserspiegel hinaus gewachsen und dadurch sowohl vom Grundwasser als auch vom Regenwasser beeinflusst. Wenn das Moor weiter nach oben wächst und schließlich die lebenden Pflanzen über dem Grundwasserspiegel wachsen, bildet sich ein Hochmoor, das lediglich durch Niederschlagswasser gespeist wird und hochspezialisierte Pflanzengesellschaften trägt.

In Niedersachsen wurden Niedermoore vielerorts durch Gräben trocken gelegt und als Grünland genutzt. In den bisherigen Moorschutzprogrammen wurden sie nicht berücksichtigt. Dabei sind sie unersetzliche Lebensräume und klimawirksamer CO2-Speicher! Die Aktion Moorschutz setzt sich für einen gesetzlichen Schutz von Niedermoorböden ein.

Übrigens: Niedermoore sind Boden des Jahres 2012 [PDF].