Stofffilter

Moore als Nieren der Umwelt

In Niedersachsen werden Landwirtschaftsflächen großräumig intensiv bewirtschaftet. So sind hohe Erträge möglich. Für die hohen Erträge muss der Boden u.a. mit Stickstoff gedüngt und gegen Schädlingsbefall mit Pestiziden behandelt werden. Allerdings werden nicht der gesamte Dünger und die gesamten Pestizide von den Feldpflanzen aufgenommen. Sie gelangt zum Teil ins Grundwasser und werden dort zur Belastung.

Guellefahrt

Gülleausbringung in der Intensivlandwirtschaft ist ein Faktor für stark erhöhte Bodenstickstoffwerte

Weitere belastende Stoffeinträge erfolgen durch die Luft: Schwermetalle und Kohlenstoffe gelangen über die Atmosphäre und Niederschläge in den Boden.

Und hier kommt das Moor als Stofffilter ins Spiel: Moorpflanzen nehmen während ihres Wachstums Schad- und Nährstoffe auf und reinigen dadurch das lebenswichtige Grundwasser von Verunreinigungen. Da die Pflanzen im nassen Moor kaum verrotten, bleiben auch die aufgenommenen Stoffe weitestgehend im Torf gespeichert. Die Speicherfähigkeit für das klimawirksame Kohlenstoffdioxid (CO2) übertrifft sogar die Speicherfähigkeit von Wäldern. Zumindest solange der Torf intakt ist und nicht abgebaut oder entwässert wird, denn dann werden die gespeicherten Stoffe wieder freigesetzt.
Beispielsweise kann ein Niedermoor pro Hektar und Jahr bis zu 180 kg Nitrat speichern. Das Wasser, das nach dem natürlichen Filterprozess aus dem Niedermoor austritt, ist guter Qualität sowie schadstoff- und nährstoffarm.