Boden

Ein Moor im natürlichen Zustand ist wassergesättigt. Ist ja von oben zu sehen und zu fühlen: Das Wasser steht direkt an der Bodenoberfläche, einen falschen Schritt und man bekommt quietschnasse Füße. Unter der Wasseroberfläche befinden sich mächtige Schichten abgestorbenen Pflanzenmaterials, die in dicken Torfschichten gelagert sind. Einige Pflanzenteile sind darin noch gut erkennbar. Das ist z.B. im Waldboden ganz anders: Hier werden abgestorbene Pflanzen langsam zersetzt und abgebaut, zerfallen langsam bis sie wieder neuen Humus bilden. Im Moor werden die abgestorbenen Pflanzen kaum zersetzt.

Das bedeutet auch: Die Nähr- und Schadstoffe sowie das CO2, das die Pflanzen während ihres Lebens dem Wasser und der Atmosphäre entzogen haben, bleiben gespeichert unter der Mooroberfläche. Besonders beachtenswert ist die CO2-Speicherfunktion der Torfschichten: In Moorböden ist mehr CO2 gespeichert als in der Atmosphäre oder Waldböden. Über Jahrtausende wächst ein gesundes Moor deshalb ganz langsam nach oben. Pro Jahr ungefähr einen Millimeter, das heißt eine Torfschicht von 1 Meter Mächtigkeit ist rund 1000 Jahre alt.

Torfboden

Trockener Torfboden, Pflanzenreste sind noch gut erkennbar

Moore haben per Definition eine Torfschicht von mindestens 30 cm Mächtigkeit. Die ältesten Torfschichten sind durch die Masse der darüber liegenden Schichten am stärksten verdichtet. Aufgrund ihrer Farbe nennt man sie Schwarztorf. Dieses Material wurde früher als Heizmaterial genutzt, mittlerweile wird es Pflanzsubstraten beigemischt, in geringerem Maße als Aktivkohlefilter oder für kosmetisch-medizinische Zwecke verwendet. Darüber lagert der weniger stark komprimierte Brauntorf, zuoberst der Weißtorf. In letzterem sind Pflanzenteile noch klar zu erkennen. Er wird häufig als Pflanzsubstrat vermarktet. Paludikulturen als neue Anbaumethoden auf nassem Moorboden ermöglichen eine moorschonende Herstellung von Torfmoos als Weißtorfersatz.

Torfboden in Intensivnutzung

Hannoverschen Moorgeest: Entwässerung, Intensivland- und -forstwirtschaft führen zu Austrocknung und Degradation des wertvollen Moorbodens

Moore bestehen zu über 90 % aus Wasser. Werden sie für menschliche Nutzung trocken gelegt, dringt Luft in die Bodenporen ein und der Torfboden sackt zusammen. Damit gehen die Wesentlichen wichtigen Eigenschaften des Boden verloren: Der Boden verdichtet, Filter- und Pufferfunktion gehen verloren, Erosions- und Brandgefahr nehmen zu, das Torf mineralisiert. Die sogenannten Moorbauern kennen das Phänomen: Torfboden zersetzt sich an der Luft und sackt immer weiter ab. Für die Bewirtschaftung müssen deshalb auch die Entwässerungsgräben immer tiefer gezogen werden – bis der gesamte Torfkörper aufgebraucht ist. Über die Jahrhunderte haben sich so ganze Landschaften um mehrere Meter abgesenkt.

Torfnutzung

Das wichtigste Argument für die Verwendung von Torf im Gartenbau ist der geringe Preis für dieses Substrat. Formstabilität, Wasserspeichervermögen und ein sehr geringer Anteil an Wildkräutersamen sind Vorteile, die bereits nach wenigen Jahren verschwinden, wenn der Torf mineralisiert. Für die Pflanzenzucht muss Torfboden stark mit Kalk und Nährstoffen versetzt werden, was die Mineralisation noch beschleunigt. In Niedersachsen landet noch rund ein Drittel des abgebauten Torfes in Privatgärten. Für den Privatgebrauch gibt es längst torffreie Alternativen, zum Beispiel aus Kompost, die Bestandteile der Pflanzsubstrate sind auf den Packungen angegeben.