Moorschonende Nutzung

Intakte Moore sind nasse Lebensräume. Der Moorboden speichert große Mengen Wasser. Vereinfacht kann man sagen: Je stärker der Wasserspiegel für die Bewirtschaftung des Bodens durch Entwässerungssysteme abgesenkt wird, desto stärker wird das Moor geschädigt. Denn sobald der Moorboden durchtrocknet, beginnen Abbauprozesse den organischen Boden zu zersetzen.

Für eine moorschonende Nutzung ist somit das Anheben des Wasserspiegels die wichtigste Aufgabe, auch aus Klimaschutzgründen. Die Regeneration und Nutzung von Mooren als natürliche Kohlenstoffspeicher ist bereits eine Form der Nutzung. Je nach Standort ergeben sich Möglichkeiten für extensive Landbewirtschaftung, Naturschutz, nachhaltigen Tourismus oder andere Nutzungen.

Paludikulturen

Paludikultur-Testfeld bei Rastede

Paludikultur-Testfeld bei Rastede: Das Wasser ist auf Höhe der Bodenoberfläche angestaut. So gedeihen die Torfmoose optimal.

Neue Chancen für Mensch und Moor: Pflanzenarten, die an nasse Standortbedingungen angepasst sind, können auf nassen Moorböden angebaut werden und mit speziellen Maschinen geerntet werden („palus“ lat. = Sumpf, Morast). Traditionelle Verfahren wie Rohrmahd und Streunutzung werden ergänzt um neue Wirtschaftsformen wie die energetische Nutzung der Pflanzenmasse.

Für die Energiegewinnung sind Pflanzen mit sehr hoher Biomasseproduktion auf Niedermoorböden interessant wie Erlen, Schilf oder Rohrkolben. Alternativ können diese als ökologisches Baumaterial Anwendung finden.

Auch Sonnentau wächst auf den Testflächen

Die Testflächen werden regelmäßig gemäht, damit sich keine hochwachsenden Pflanzen ansiedeln. Das gefällt auch dem Sonnentau.

Als Pflanzsubstrat für den (Erwerbs-)Gartenbau sind Torfmoose geeignet. Sie könnten die endliche Ressource Weißtorf ersetzen und somit nicht nur dem niedersächsischen Torfabbau, sondern auch dem internationalen Torfhandel entgegenwirken.

Der Anbau standortgerechter Pflanzen ermöglicht eine klimaneutrale Bewirtschaftung und es können zumindest temporär Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten entstehen. Die Verfahren sind noch in der Entwicklung, Teststandorte gibt es in Niedersachsen beispielsweise im Saterland sowie in Rastede. Bisherige Versuche verliefen erfolgreich.

Ferner ergeben sich neue extensive Bewirtschaftungsformen beispielsweise durch die Beweidung nasser Standorte mit robusten Tierrassen wie Wasserbüffeln für die Fleischproduktion. Einige Arzneipflanzen wie Fieberklee können hier umweltschonend produziert werden.

Weitere Informationen:

Paludikultur-Broschüre der Universität Greifswald

Torfmooskultivierung (Projekte der Uni Greifswald)