Torffrei Gärtnern

Konventionelle Blumenerden bestehen größtenteils aus Torf. Dieser stammt aus unseren Mooren. In Niedersachsen werden mit industriellen Verfahren in wenigen Jahren Torfschichten abgebaut, die über Jahrtausende gewachsen sind. Dabei werden Unmengen Treibhausgase frei und weitere Ökosystemdienstleistungen der Moore werden zerstört.

Beim Gärtnern nur torffreie Produkte verwenden (Foto: LBV Landsberg)

Beim Gärtnern nur torffreie Produkte verwenden, denn für torfhaltige Erden werden weiträumig wertvolle Moorböden zerstört (Foto: LBV Landsberg)

Hochmoortorf ist bisher als Pflanzsubstrat in der Gartenindustrie konkurrenzlos. Denn der saure Hochmoortorf ist weitgehend frei von Wildkräutersamen und ist durch die Zugabe von Zusatz- und Düngestoffen für den jeweiligen Verwendungszweck leicht aufbereitbar. Vor allem ist er unverhältnismäßig günstig zu bekommen, denn die umwelt- und klimaschädigenden und damit auch volkswirtschaftlich fragwürdigen Wirkungen des Torfabbaus werden bislang nicht in den Preis einkalkuliert. Der größte Teil des Torfes geht in den Erwerbsgartenbau und landet im nächsten Schritt als Substrat von Zierpflanzen oder Gemüse auf den Verbrauchermärkten.

Der Torfhunger nimmt zu, während die endlichen Vorräte dieses Rohstoffes bedrohlich schwinden. Deshalb werden mittlerweile ökologisch sehr wertvolle Moore beispielsweise im Baltikum entwässert und abgetorft. Das Material gelangt mittels LKW nach Niedersachsen – eine miserable Klimabilanz!

Für den Hobbygartenbau gibt es längst verschiedenste torffreie Produkte. Diese basieren auf Kompost, Humus und Holzfasern sowie weiteren Zusätzen. Aber Achtung: Einige Produkte sind als „torfarm“ oder „bio“ gekennzeichnet und enthalten dennoch überwiegend Torf. Fragen Sie deshalb in Ihrem Fachmarkt nach und lesen Sie die Liste der Inhaltsstoffe auf der Packung!

Wir fordern: Gezielte Entwicklung und Förderung von torffreien Produkten auch im Erwerbsgartenbau, um den Torfabbau nicht nur in Niedersachsen zu stoppen, sondern den Torfhunger weltweit zu reduzieren.

Weitere Informationen:

Was Sie selbst tun können? Konsequent auf torffreie Blumenerden umsteigen. Die Inhaltsstoffe sind kleingedruckt auf den Beuteln angegeben. Fragen Sie in Ihrem Fachmarkt nach torffreier Blumenerde, denn Nachfrage hat bekanntermaßen Einfluss auf das Angebot. Hier geht es zum BUND-Einkaufsführer für torffreie Blumenerden.

Warum nicht gleich die Blumenerde selbst herstellen? Informationen zur Anlage eines eigenen Kompostes und weitere Tipps vom BUND und NABU.

Und ein Rezept für torffreie Erde zum Selbermischen vom BUND Hannover.

Grünkompost, Holzfasern, Kokosstückchen als Torfersatzstoffe? Der Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) hat eine Übersicht an Torfersatzstoffen zusammengestellt.