Moorschutz

Abgestorbene Birken im Hagener Moor

Abgestorbene Birken im Hagener Moor

Wiedervernässung

Für die wirtschaftliche Nutzung werden Moorböden systematisch entwässert. Dadurch werden die natürlichen Ökosystemfunktionen der Moore zerstört. Je intensiver die Nutzungsart, desto schneller zersetzt sich der Torfkörper.

Durch Wiedervernässungsmaßnahmen kann dieser Prozess gestoppt werden, der Moorboden langfristig wieder regenerieren und seine wertvollen Funktionen erfüllen.
Zentrales Element für die Moorregeneration ist die Anhebung des Wasserspiegels. Denn nur unter wassergesättigten Bedingungen kann ein Moor wachsen. Je nach Vornutzung und Zustand des Moores werden spezielle Managementpläne entwickelt, die auf die einzelnen Flächen abgestimmt sind. Häufiges Problem dabei: angrenzende Intensivlandwirtschaft mit tiefen Drainagegräben. Diese legen nicht nur den bewirtschafteten Acker trocken, sondern auch die angrenzenden Moorflächen.

Wiedervernässungsfläche im Hamberger Moor

Wiedervernässungsfläche im Hamberger Moor

Gleichzeitig entstehen wieder wertvolle Biodiversitätsflächen und Pufferfunktionen für Stoff- und Wasserhaushalt. Eine Herausforderung für den Naturschutz: Die Flächen müssen nach der Wiedervernässung offen gehalten werden, d.h. von Baumaufwuchs befreit werden. Das klappt beispielsweise durch Beweidung mit Schafherden, die den Birkenaufwuchs in Schach halten. Leider finden sich nicht überall entsprechende Pflegemöglichkeiten.

Eins ist sicher: Moorschutz durch Wiedervernässung ist ein kostengünstiges Instrument in Sachen Klimaschutz, das gleichzeitig positive Seitenwirkungen für Wasser- und Brandschutz sowie Biodiversität bereitstellt. Ohne komplizierte Technik und unerforschte Nebenwirkungen.

Eine Hoffnung, Bewirtschaftung, Moorschutz und Klimaschutz zu kombinieren, sind moderne Bewirtschaftungsformen wie Paludikulturen. Dabei werden Pflanzen auf nassem Grund angebaut, z.B. Torfmoose. Durch die Wassersättigung bleibt der Torfkörper erhalten und emittiert nur geringe Mengen CO2, gleichzeitig werden Substrate zur Energiegewinnung (z.B. Erlen) oder Pflanzsubstrate als Torferdenersatz gewonnen (Torfmoosanbau), wodurch wiederum CO2 eingespart wird.

Was können Sie selber tun?

Torffreie Blumenerde

Torffreie Blumenerde ist mittlerweile leicht erhältlich. Im Zweifelsfall im Kleingedruckten auf der Beutelrückseite nachschauen, ob wirklich kein Torf beigemischt ist.(Foto: gartengnom.net)

Konsequent auf torfhaltige Blumenerde verzichten. Das ist sehr einfach: Die Inhaltsstoffe sind i.d.R. kleingedruckt auf der Rückseite des Beutels angegeben. Fragen Sie in Ihrem Fachmarkt nach torffreier Blumenerde.

Weitere Informationen:

BUND-Standpunkt: Moorschutz: Ein Beitrag zum Klima- und Naturschutz

Besuchen Sie Moore und Exkursionen in Ihrer Nähe, informieren Sie sich – es gibt garantiert Spannendes zu entdecken und zu lernen! Fühlen Sie den Politikern auf den Zahn, was diese in Sachen Moor- und Klimaschutz vorantreiben wollen.