Meilenstein für den Moorschutz

Gemeinsame Pressemitteilung der Aktion Moorschutz vom 10. August 2015:

Das Bündnis Aktion Moorschutz begrüßt das neue niedersächsische Förderprogramm „Klimaschutz durch Moorentwicklung“. „Damit zeigt die Landesregierung, dass sie die Bedeutung der Moore erkannt hat“, sagt Dr. Hans-Gerhard Kulp von der Aktion Moorschutz. Mit dem Förderprogramm werden Projekte zur Wiedervernässung, aber auch Vorhaben zur klimaschonenden Bewirtschaftung von Mooren gefördert.

Mit dem mehr als 35 Mio. Euro schweren Förderprogramm stellt die rot-grüne Landesregierung ein freiwilliges Instrument zur Verfügung. Interessierte Kommunen, Verbände und Unternehmen, aber auch Land- und Forstwirte können sich daran beteiligen. U.a. wird ein Förderschwerpunkt auf die Bewirtschaftung von nassen Moorböden gelegt. Damit verbunden ist die Idee, Landwirten die Umstellung auf eine klimaschonende Wirtschaftsweise auf Moorböden zu ermöglichen (Paludikultur). Dieser vielversprechende Ansatz bedarf der Förderung. Es ist wichtig mit Pilotprojekten und Beispielbetrieben Erfahrungen zu sammeln und neue Märkte aufzubauen. Die Aktion Moorschutz sieht in dem Programme neben dem wichtigen Klimaschutz aber auch eine Chance für den Natur- und Artenschutz. Das Förderprogramm kann helfen, wichtige und gefährdete Moorlebensräume wieder zu renaturieren. „Es ist wichtig, dass das Programm mit der Förderung von Paludikultur und Wiedervernässungen auch den Natur-und Artenschutz im Moor gebührend berücksichtigt“, hofft Dr. Christoph Zöckler von der Manfred-Hermsen Stiftung.

Mit dem Förderprogramm macht die Landesregierung einen wichtigen Schritt für den Moor- und Klimaschutz. Ein entsprechendes Förderprogramm fordert die Aktion Moorschutz, an der neben der Biologischen Station Osterholz, die BUND Landesverbände Bremen und Niedersachsen, die Manfred-Hermsen-Stiftung, der NABU Niedersachsen und der Niedersächsische Heimatbund (NHB) beteiligt sind, seit 2012. Die Beteiligten hoffen auf ein reges Interesse an dem Förderangebot. Sie selber sind auch in Zusammenarbeit mit Kommunen und anderen Partnern dabei, für eine Umsteuerung von der Trocken- zur Nasswirtschaft zu werben. Ob das Programm am Ende auch ein großer Erfolg für den Klimaschutz wird, hängt nicht zuletzt von der Bereitschaft der Landwirte ab, an dem Programm mitzuwirken, da etwa zwei Drittel der Moorflächen landwirtschaftlich genutzt werden.

Darüber hinaus sieht die Aktion Moorschutz aber weiterhin Bedarf für zusätzliche, auch ordnungsrechtliche Maßnahmen, um den Moorschutz langfristig zu sichern. Entwässerte Moore verursachen 12 Prozent aller Treibhausgase in Niedersachsen. Das muss sich ändern. Die Landwirtschaft auf Moor muss klimafreundlicher werden.