Biologische Station Osterholz startet niedersachsenweites Projekt „Moorschutz in Niedersachsen“

Gemeinsame Presseerklärung der Aktion Moorschutz

Moorschutz ist Klimaschutz! Dies und noch viel mehr soll ein im März startendes Projekt der Biologischen Station Osterholz (BioS) den Menschen in Niedersachsen zeigen. Dieses auf drei Jahre ausgelegte Projekt wird mit Unterstützung der Umweltverbände BUND und NABU sowie dem Niedersächsischen Heimatbund umgesetzt. Gefördert wird das Projekt mit 254 000 Euro von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.

Intakte Moore erfüllen unersetzbare Aufgaben im Ökosystem. Sie haben eine regulierende Wirkung auf den Wasserhaushalt, was beispielsweise für den Hochwasserschutz von großer Bedeutung ist. In den Mooren sind zudem klimaschädliche Gase gebunden. Werden Moore entwässert oder zerstört, werden diese freigesetzt.

MooNi (Moorschutz in Niedersachsen) verfolgt gegenüber der bisherigen Umweltbildung in Sachen Moorschutz einen neuen Ansatz: Bislang ging es vornehmlich um Grundlagenwissen zur Entstehung der Moore, den Lebensraum Moor mit seinen Tier- und Pflanzenarten und die Kulturhistorie der Moor-Kultivierung. Mit dem neuen Projekt stehen jetzt die Bedeutung für den Klimaschutz und den Hochwasserschutz im Fokus. Welchen Nutzen bieten uns intakte und vernässte Moore an, wie können Moore in Zukunft klimafreundlich genutzt werden?

„Wesentliche Elemente des Projektes sind Konzepte für die Umweltbildungsarbeit zu aktuellen Moorthemen, ein Moorkoffer für die Umweltbildung, ein Ausstellungsmodul, eine Moor-App sowie ein landesweites Geocaching-Angebot“, sagt Dr. Hans-Gerhard Kulp von der BioS. Mit jährlichen landesweiten Aktionstagen, Schulungen von Multiplikatoren, Hintergrundinformationen und gezielter Öffentlichkeitsarbeit wird das Angebot abgerundet. Bingo-Stiftungsgeschäftsführer Karsten Behr sieht „Bedarf an aktuellen Materialien und Konzepten, um insbesondere die jüngere Generation in die aktuellen Moorschutz-Debatte einzubeziehen“. Dem wird mit diesem Projekt Rechnung getragen.

Das Bundesland Niedersachsen hat in Deutschland den höchsten Moorbodenanteil und damit auch eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Moore. Über Jahrtausende gewachsene Hoch- und Niedermoore gehörten bis ins letzte Jahrhundert zu den prägenden Naturlandschaften. Mittlerweile sind die Moore bis auf wenige Restflächen durch intensive Nutzung dramatisch verändert und teilweise bereits unwiederbringlich zerstört.

Aktuelle Forschungen zeigen, dass großräumiger Moorschutz durch Nutzungsänderungen und Wiedervernässungen wertvolle Synergieeffekte für die wichtigsten Naturgüter bietet. Auf landes­politischer Ebene wird an der Umsetzung wichtiger Moorschutzziele mit dem Programm „Niedersächsische Moorlandschaften“ gearbeitet und die Umweltverbände engagieren sich seit Jahren für mehr Moorschutz. „In diesem Zusammenhang kann das aktuelle Projekt einen wertvollen Beitrag zum Moorschutz leisten“, sagt Behr.

Link zur Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung