Wenn die Kraniche ziehen

Herbst ist die Zeit des großen Kranichzugs in der Diepholzer Moorniederung. Dann ziehen tausende der Zugvögel in ihre wärmeren Winterquartiere in Südfrankreich und Spanien.
 
Aber auch jetzt ist der Kranichzug wieder in vollem Gange. Der BUND Diepholzer Moorniederung meldete am 3. März, dass 900 Kraniche in der Diepholzer Moorniederung gezählt wurden. Laut Meldung des Kranich-Informationszentrums in Groß Mohrdorf brachen am 4. März 70.000 Kraniche von Zentralfrankreich in Richtung Nordosten auf. Diese Vögel werden in den nächsten Tagen zur Rast in der Diepholzer Moorniederung erwartet.

Die Kraniche sind auf dem Weg in ihre Brutgebiete im Norden Europas. Allerdings verläuft der Frühjahrszug sehr rasch, nicht selten nachts und lässt nur wenige tausend Kraniche bei uns rasten. Es sei denn, ein später Wintereinbruch hält die schnellen Vögel noch kurzzeitig auf. Auch in der Diepholzer Moorniederung gibt es Kranichbrutpaare, inzwischen mehr als 40. Sie besiedeln die wiedervernässten Moorbereiche und können mit etwas Glück und Geduld z.B. von den großen Aussichtstürmen aus beobachtet werden.

bi Der Tanz beginnt

Das weiß der BUND Diepholzer Moorniederung der die Vögel im Rahmen seiner Schutzgebietsbetreuung zählt und deren Verhalten beobachtet. Im Herbst 2014 waren mehr als 100.000 Kraniche gleichzeitig im Naturraum Diepholzer Moorniederung. Das ist neuer Rekord. Noch vor gut zehn Jahren waren es wenig mehr als 10.000 Vögel die hier in der Region rasteten. Die steigenden Zahlen sind auch dem praktisch durchgeführten Moorschutz zu verdanken der bei uns vor der Haustür seit Jahrzehnten gemacht wird. Denn hier in den Mooren finden die scheuen Kraniche sichere Rückzugsgebiete vor menschlichen Störungen und Beutegreifern, z.B. den Fuchs.
 
Kraniche faszinieren die Menschen schon seit Jahrhunderten. Die auch „Vogel des Glücks“ genannten Tiere werden in vielen Kulturen verehrt. Sie gelten als wachsam und wurden auch deshalb gern als Wappentier abgebildet.

Foto: Carsten Linde

Quelle: Pressemeldung des Europäischen Fachzentrum Moor und Klima Wagenfeld, 09.03.2015
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