Das Klimamoor

Das erste Klimamoor im Nordwesten ist wiedervernässt. 160 Privatpersonen und Firmen kauften mehr als 1400 Klimazertifikate à 20 Euro, um das Dorumer Moor im Landkreis Cuxhaven zu renaturieren. Jedes Zertifikat entspricht einer Tonne Kohlendioxid, die nicht mehr als Treibhausgas entweicht.

Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg handeln schon länger mit Klimazertifikaten. In Niedersachsen startete der Verkauf im Mai vergangenen Jahres. Insbesondere Unternehmen können mit dem Erwerb der Zertifikate ihre Klimabilanz verbessern, Privatpersonen können konkret etwas gegen den Treibhauseffekt tun. Für 20 Euro erwerben die Teilnehmer des Projektes „Moorland“ ein Zertifikat. Im Gegenzug wird dafür ein 85,6 Quadratmeter großes Stück des Dorumer Moores wieder vernässt und damit der Ausstoß von einer Tonne Kohlendioxid vermieden. Denn Moore sind natürliche CO2-Speicher.Dorumer_Moor_vernaesst

Die Wiedervernässung der ersten Klimamoores nach einem Jahr ist ein Erfolg für das Projekt „Moorland“. Initiatoren sind der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Stadt Bremerhaven und der Landkreis Osterholz. Überregional bekannt wurde „Moorland“, als Bundespräsident Joachim Gauck das erste Zertifikat vor einem Jahr in Bremerhaven in Empfang nahm.

Zu den Großabnehmern der Zertifikate zählen unter anderem der Bremer Klimafonds, Bremenports, Kornkraft Naturkost, Meiners Druck und die Deutsche Klimastiftung. Inzwischen wurden 1434 von 2675 Zertifikaten verkauft. Eine interaktive Karte im Internet zeigt, wer welche Moorparzelle symbolisch gekauft hat, soweit die Erwerber nicht anonym bleiben wollen.

Das erste Klimamoor im Nordwesten ist ein 229.000 Quadratmeter großes Teilstück des insgesamt 2,1 Millionen Quadratmeter großen Dorumer Moores. Es liegt nordöstlich von Sievern und gehört zur Stadt Langen. Beantragt wurde die Wiedervernässung vom Naturschutzamt des Landkreises Cuxhaven. Das Moor ist bereits erlebbar durch den mehr als acht Kilometer langen Rundweg „Pipinsburg“. 23 Schautafeln informieren über die Wiedervernässung und den Lebensraum Moor. Auch wenn noch nicht alle Zertifikate des ersten Klimamoores verkauft sind, sollen laut BUND weitere Klimamoore in Niedersachsen folgen.

„Moore sind unterschätzte Klimafaktoren“, sagt denn auch Projektsprecher Henning Kunze vom BUND in Bremen. Während intakte Moore wertvolle Klimaspeicher seien, stoßen trockengelegte Moore jedes Jahr tonnenweise Kohlendioxid aus. „Eine hohe Zahl, denn mehr als 95 Prozent der Moore in Deutschland sind bereits zerstört“, erklärt Kunze. Umso dringlicher sei die Wiedervernässung.

„Moore sind ein ganz wichtiger und wertvoller Kohlendioxid-Speicher“, sagt auch Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne). Etwa 100 Hektar Moorflächen will er im Landesraumordnungsprogramm vor der Torfindustrie schützen. Bereits genehmigte Abbauflächen sind nicht betroffen. Neue wird es allerdings mit Meyer nicht geben. „Niedersachsen ist Moor-Land Nummer eins und soll es auch bleiben“, meint Meyer.

Wie berichtet, war der niedersächsische Bauernverband Landvolk Sturm gegen das Moorschutzprogramm der rot-grünen Landesregierung gelaufen. Inzwischen sind die Wogen geglättet. Der Landwirtschaftsminister versprach, dass es keine Enteignung durch die Hintertür geben werde. Landwirte dürften ihre Moorflächen weiterhin bewirtschaften. Es gelte der Bestandsschutz.

Quelle: www.weser-kurier.de, 5.3.2015

Verlinkung zur Website www.moor-land.de