Mecklenburg-Vorpommern: Moorschutz ist erfolgreich

Schwerin. „Die Wiedervernässung von Mooren sind ein überaus wirkungsvolles Instrument gegen die Folgen des Klimawandels. Vielen ist gar nicht bewusst, dass Moore die raumeffektivsten Kohlenstoff-Speicher von allen Ökosystemen sind. Insgesamt werden die Wiedervernässungen von der Gesellschaft sehr akzeptiert. Wenn dabei aber Probleme vor Ort entstehen, muss natürlich gemeinsam nach Lösungsansätzen gesucht werden“, sagte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, heute anlässlich eines Vor-Ort-Termins zu Moorschutzprojekten am Polder Kamp und am Polder Bargischow.

Obwohl Moore nur 3% der weltweiten Landfläche bedecken, enthalten sie rund 500 Gigatonnen Kohlenstoff in ihrem Torf. In M-V sind ca. 12% der Landesfläche Moore und enthalten ca. 450 Mio. Tonnen Kohlenstoff. Wenn Moore trockengelegt wurden, emittieren sie den gebunden Kohlenstoff in Form des klimaschädlichen CO2. „Moore sind daher einfach ein Multitalent: Neben dem Nutzen für den Klimaschutz sind Wiedervernässungen daher ein Gewinn für die biologische Vielfalt und leisten einen wertvollen Beitrag für die Grundwasseranreicherung. Auch dienen Moore als Rückhalteraum bei Hochwasser oder als Nährstoffsenke“, erklärte der Minister.

Die Landesregierungen aber auch Landkreise haben seit der Wiedervereinigung das Potential der Moore erkannt. Alleine seit 2000 wurden bzw. werden 66 Moorschutzvorhaben im gesamten Land überwiegend problemlos durchgeführt. „Im Übrigen gilt immer das Freiwilligkeitsprinzip und niemand wird zur Wiedervernässung gezwungen. Auch habe ich, seit dem ich Umweltminister bin, den Aspekt Schützen durch Nutzen verankert. Die Flächen sollen bei Bedarf nachwievor bewirtschaftet oder für den Tourismus genutzt werden können“, ergänzte Dr. Backhaus.

Moorschutz kann allerdings nur funktionieren, wenn er von den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort mitgetragen und akzeptiert wird. Beim Polder Kamp sind aufgrund der Wiedervernässung die Schöpfwerkskosten gestiegen. Dadurch sind bereits Gerichtsverfahren am Verwaltungsgericht Greifswald entstanden, wobei das Land allerdings nicht Beklagter war. „Auch wenn das Land nicht dazu verpflichtet ist, denke ich, ist es im Sinne des Moorschutzes und der Befriedung der Situation vor Ort, wenn die erhöhten Schöpfwerkskosten als Härteausgleich für die aktuellen Haushaltsjahre vom Land getragen werden“, stellte Dr. Backhaus klar. Außerdem wird in Aussicht gestellt, dass das Schöpfwerk am Polder Kamp weiter modernisiert und ertüchtigt wird.

Hinsichtlich des Polders Bargischow wurde nach längerer gerichtlicher Auseinandersetzung mit der Gemeinde Bargischow ein Vergleich zwischen der beklagten Planfeststellungsbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald und der Gemeinde und nach Abstimmung mit dem Land geschlossen. Dieser Vergleich sieht eine oberflächennahe Vernässung und weitere akzeptanzfördernde Maßnahmen vor. „Sofern Einvernehmen bei allen Beteiligten für dieses Moorschutzprojekt besteht, werden wir dieses Vorhaben auch in der kommenden Förderperiode ab 2015 berücksichtigen, um den Vergleich umsetzen zu können“, betonte der Minister. (regierung-mv)

Quelle: Agrar Presseportal, 18.3.2014