IVG und NABU stellen gemeinsames Konzept zur Moorsanierung vor

Der Industrieverband Garten (IVG) und der NABU Niedersachsen stellen einen gemeinsamen Konzeptentwurf zur Moorsanierung vor

Stellten gemeinsam ein Konzept zum Moorschutz vor: Dr. Holger Buschmann (Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen), Tanja Constabel vom Industrieverband Garten e.V. und Bernd Hofer vom Ingenieurbüro Hofer & Pautz (v.l.). Foto: EFMK

Stellten gemeinsam ein Konzept zum Moorschutz vor: Dr. Holger Buschmann (Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen), Tanja Constabel vom Industrieverband Garten e.V. und Bernd Hofer vom Ingenieurbüro Hofer & Pautz (v.l.). Foto: EFMK

Mit großer Aufmerksamkeit vernahmen die 130 Teilnehmer der Tagung des Europäischen Fachzentrums für Moor und Klima Wagenfeld (EFMK), die am 20. und 21. Februar in Ströhen stattfand, die Ausführungen von Tanja Constabel vom Industrieverband Garten e.V. (IVG) und Dr. Holger Buschmann – Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen – über den gemeinsam von beiden Organisationen entwickelten Konzeptentwurf zu Moorsanierung. Wie beide einräumten, fiel es beiden Seiten anfangs nicht leicht, ohne Vorbehalte miteinander zu reden, schließlich vertreten der IVG als Interessenvertreter der Torfindustrie und die Naturschützer vom NABU völlig konträre Ansichten über die Rolle und die Zukunft des Torfabbaus.

Erste Gespräche begannen im Juli 2012 und man einigte sich schließlich auf ein gemeinsames Vorgehen und beauftragte das renommierte Ingenieurbüro Hofer & Pautz aus Altenberge bei Münster mit der Entwicklung eines „Konzeptes zur Moorsanierung, Entwicklung und Sicherung von Kohlenstoffsenken unter Nutzung der Rohstoffe“. Die Ergebnisse trug im Anschluss an die beiden Interessenvertreter der Ingenieur Bernd Hofer auf der Tagung zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor.

Ausgehend von der Erkenntnis, dass sich in den letzten 40 Jahren 30-40% der damals noch vorhandenen Moorflächen buchstäblich in Luft aufgelöst haben, sehen beide Verbände dringenden Handlungsbedarf. Denn dieser „Moorschwund“ ist vor allem auf die landwirtschaftliche Nutzung – 90% dieser Flächen werden als Acker, Grünland o.ä. genutzt – zurückzuführen. Diese Auflösung der Moore ließe sich nur durch eine vollständige Vernässung stoppen, wodurch eine normale Landwirtschaft nicht mehr möglich wäre. Obwohl der NABU der Torfgewinnung grundsätzlich sehr skeptisch gegenüber steht, wird deshalb in bestimmten Fällen eine Moorsanierung über die Nutzung des Rohstoffs unterstützt.

Der Moorexperte Bernd Hofer führte aus, dass für die Sanierung eines Moores der Abtrag des landwirtschaftlichen Oberbodens bis unter die Entwässerungslinie notwendig sei. D.h., dass ca. 80 cm Boden ohnehin entnommen werden müssten. Erlaube man der Industrie eine darüber hinausgehende Nutzung des Torfs von weiteren ca. 80 cm, müsse über eine Kompensation für den durch die Torfgewinnung freigesetzten Kohlenstoff geredet werden, so Dr. Buschmann. Diese Kompensation soll nach dem Konzeptentwurf in Form von Sanierungsmaßnahmen im selben Moorkomplex außerhalb der Nutzfläche, d.h. in den besonders gefährdeten Moorrandbereichen, stattfinden. Auf diese Weise könne die Moorsanierung ohne öffentliche Gelder betrieben werden.

Mit diesem Konzept könnte auf einer Fläche von rund 25.000 ha Moorsanierung mit Hilfe von Rohstoffnutzung durchgeführt werden, wobei die Rohstoffentnahme nur auf ca. 9.000 ha stattfinden würde.

Der Konzeptentwurf wird nun mit Verbandsmitgliedern und interessierten Kreisen diskutiert und soll dann – so die Hoffnung der Akteure – als ein Ansatz für praktikablen Moorschutz in Niedersachsen in das Landesraumordnungsprogramm aufgenommen werden.

Presseerklärung des Europäischen Fachzentrums Moor und Klima Wagenfeld vom 21.2.2014