Neuenkirchen-Vörden: Mehrheit für Torfabbau-Änderungen

Neuenkirchen-Vörden. Trotz vorhandener Skepsis der Anwohner und einzelner Ratsmitglieder (u.a. Rainer Duffe) darf die Firma Erdenwerk Wietinghausen am 18. Februar in der Gemeinderatssitzung in Neuenkichen-Vörden mehrheitlich mit Grünem Licht für ihren Änderungsantrag zum Torfabbau in Campemoor rechnen.

Das zumindest haben die vorbereitenden Beratungen und Beschlüsse im Bau- und Umweltausschuss ergeben. Demnach könnte dann demnächst in drei Teilabschnitten der insgesamt 100 Hektar großen Abbauflächen vorzeitig (zwei Jahre früher als geplant) mit dem Stechen des Torfs begonnen werden. Zudem wird die Art der Torfabfuhr vom Loren- und Schienenbetrieb auf Lkw-Schlepper, die über Betonplattenwege fahren, umgestellt.

„Diese beantragten Änderungen sind genehmigungsfähig“, hatte Bauamtsleiter Jürgen Rolfsen vor den Bauausschussmitgliedern seine Sicht der Dinge dargestellt, „ich halte sie für vertretbar.“ Eine Bewertung, die unter dem Strich auch Ratsmitglieder wie Andreas Frankenberg (SPD) oder Bernhard Wessel (CDU) teilten. Beide äußerten zwar durchaus Verständnis für die wenig überzeugten Anwohner (Wessel: „Das Unbehagen kann ich nachvollziehen“), wollen allerdings für die Neuerungen stimmen. „Die Betonplattenlösung sieht die SPD positiv“, und „wir sollten auch an die wirtschaftliche Situation des Torfwerks denken“, sagte beispielsweise Frankenberg.

So blieb es bei den anschließenden Abstimmungen im Fachauschuss bei einer Gegenstimme von Ratsherr Uwe Hensing (Wählergemeinschaft IGNV) gegen einen vorzeitigen Torfabbaubeginn in den sogenannten Abschnitten 3 bis 5. Einstimmig (also mit 7:0) votierten die „Bauausschüssler“ dann sogar für die Lkw- und Betonplattenlösung. Allerdings unter der Bedingung, dass die Firma Erdenwerk Wietinghausen in Kürze eine Finanzbürgschaft hinterlegt. Damit könnten gegebenenfalls auch Schäden (Absackungen oder Spurrillen), die bei dauerhafter Querung zweier Gemeindestraßen durch die Lkw-Schlepper nicht auszuschließen seien, aus der Unternehmenskasse – und eben nicht aus dem Gemeindehaushalt – bezahlt werden.

„Die Bürgschaft ist grundsätzlich eine gute Idee“, fand dann auch Verwaltungsleiter Ansgar Brockmann. Details dazu gelte es noch auszuarbeiten. Ebenso die nähere Abstimmung mit dem Landkreis Vechta als offizieller Genehmigungsbehörde.

Quelle: Osnabrücker Zeitung, 8.2.2014