BfN: Schutz von Feuchtgebieten ökonomisch und ökologisch notwendig

Der konsequente Schutz von Feuchtgebieten ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische Notwendigkeit. Zu dieser Einschätzung kommen Experten bei einer Fachtagung im Bundesamt für Naturschutz (BfN) zur Umsetzung der internationalen Ramsar-Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten. BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel mahnte zum Ende des Internationalen Jahrs des Wassers ein konsequentes Handeln aller Akteure zum Schutz der Feuchtgebiete an.

„Feuchtgebiete nehmen in Deutschland und weltweit eine zentrale Funktion beim Hochwasser- und Klimaschutz ein. Sie wirken als Trinkwasserspeicher, filtern schädliche Stoffe aus der Intensivlandwirtschaft, werden als Erholungsgebiete genutzt und sind Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Der Verlust von Flächen durch Torfabbau in Mooren, Kanalisierung von Bächen, die ackerbauliche Nutzung von Auen oder die Bebauung von Ufern führt zu einer Verringerung der Leistungen dieses wichtigen Ökosystems. Damit wird nicht nur die Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten bedroht, sondern es kommt auch zu erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Folgen“, sagte BfN-Präsidentin Jessel. Daher müsse auch der ökonomische Wert von den Ökosystemdienstleistungen der Feuchtgebiete stärker in den Fokus bei Entscheidungen beim Umgang mit diesen Gebieten gerückt werden, so Beate Jessel. (…)

Stichwort Ökosystemdienstleistung

Unter Ökosystemdienstleistungen versteht man Leistungen, die ein Ökosystem, z.B. ein Feuchtgebiet, beispielsweise durch die Schadstofffilterung erbringt. Legt man ein Feuchtgebiet trocken, kann diese Fläche keine Schadstoffe mehr filtern und sie erbringt damit keine „ökologischen Dienstleistungen“ mehr. Nach Auffassung vieler Ökonomen ist es vernünftig, diese Leistungen der Ökosysteme in wirtschaftliche Berechnungen einzubeziehen und ihnen einen ökonomischen Wert zuzuordnen. (…)

Quelle: Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz vom 3.12.2013