Landesregierung integriert Moorschutz in die Klimaschutzstrategie

Umweltminister Stefan Wenzel hat namens der Landesregierung am 1.11.2013 auf eine mündliche Anfrage des Abgeordneten Volker Bajus (Grüne) zum IPCC-Bericht und zum Klimaschutz für Niedersachsen geantwortet. Auszüge aus Fragen und Antworten zum Thema Moorschutz:

Welchen Handlungsbedarf sieht die Landesregierung in Folge des IPCC-Berichts für Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel?

(…) Die Landesregierung sieht sich auf Grund der Erkenntnisse des IPCC-Berichtes insofern in Ihrer Haltung bestätigt, zielstrebig und wirksam Klimaschutz zu betreiben. (…)Im Einzelnen beruht die Klimaschutzpolitik der Niedersächsischen Landesregierung dabei auf den folgenden fünf Punkten

– Neuausrichtung der Energiepolitik,

– Umsetzung der Maßnahmen der Regierungskommission Klimaschutz,

– Aufbau einer Klimaschutz- und Energieagentur,

Klimaschutz durch Moorentwicklung sowie

– die Verabschiedung eines Klimaschutzgesetzes.

(…)
Die Regierungskommission Klimaschutz hat außerdem die besondere Bedeutung der Landnutzung für den Klimaschutz hervorgehoben. Im Zusammenhang mit einem wirksamen Klimaschutz in Niedersachsen werden daher künftig Fragen des Moorschutzes und der Moorentwicklungeine sehr viel größere große Rolle spielen als bisher.

Hoch- und Niedermoore sind deutschlandweit die größten Quellen von Treibhaus-gasen außerhalb des Energiesektors. Die Klimaschutzwirkung liegt hier in der Bindung von CO2-Emissionen aus Böden mit hohen Kohlenstoffgehalten.

Eine von Niedersachsen und dem Bund in Auftrag gegebene Studie des von-Thünen-Institutes hat gezeigt, dass die Nutzung von Hoch- und Niedermooren den größten Anteil der Treibhausgasemissionen der niedersächsischen Landwirtschaft einnehmen.

Niedersachsen hat hier durch spezifische regionale Begebenheiten eine besondere Verantwortung, denn rund 38 Prozent der gesamtdeutschen Moorfläche liegt in unserer Region – bei den Hochmooren allein sind es sogar 70 Prozent.

Dabei sind die Emissionsminderungskosten vergleichsweise gering. Eine Reduktion der Treibhausgasemissionen aus Moorböden lässt sich schon durch eine Anhebung des Wasserstandes erreichen. Das heißt, dass wir mit technisch einfachen und zugleich kostengünstigen Lösungen bedeutende Effekte erzielen können. Nach aktuellen Berechnungen können in Niedersachsen durch Vernässungsmaßnahmen in Mooren Einsparungen in Höhe von 30 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Hektar und Jahr erreicht werden.

Klimaschutz durch Moorentwicklung hat für die Landesregierung daher eine besondere Priorität. Die Erhaltung naturnaher Moore und die klimaverträgliche Bewirtschaftung kultivierter Moorböden gehören zu den großen klimapolitischen Zukunftsaufgaben unseres Landes. Die Landesregierung greift dieses auf und verfolgt mit ihrer Moorschutzstrategie das Ziel, die Treibhausgasemissionen aus Mooren zu reduzieren und die Hochmoore als Kohlenstoffsenken zu reaktivieren.

Hier geht es zur gesamten Pressemitteilung/ mündlichen Anfrage zum IPCC-Bericht, Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz