Flurbereinigung zukünftig stärker im Zeichen von Arten-, Moor- und Klimaschutz

Landwirtschaftsminister Christian Meyer setzt auf Richtungswechsel

HANNOVER. Neues Öko-Punktesystem, mehr für Moor-, Boden- und Klimaschutz: Unter Federführung von Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer werden Flurbereinigungsverfahren in Niedersachsen künftig ökologischer und im Zeichen von Artenvielfalt, Natur- und Landschaftsschutz ausgerichtet. Mit diesen Zielen startete der Minister jetzt offiziell für das Jahr 2013 fünf Vorhaben: Die Ämter für Landentwicklung in Braunschweig, Northeim und Sulingen haben grünes Licht für die Einleitung der neuen Flurbereinigungsverfahren mit einer Gesamtfläche von 4818 Hektar erhalten.

Meyer hob besonders die drei Verfahren Engeln-Oerdinghausen, Ochtmannien-Weseloh und Scholen (Bruchhausen-Vilsen) im Landkreis Diepholz hervor. Sie unterstützen das Naturschutzprojekt „Augen der Landschaft – neu entdeckt“, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert wird. „Die Zusammenarbeit der Akteure vor Ort für Maßnahmen des Naturschutzes ist vorbildlich“, sagte der Landwirtschaftsminister. „Hier wird neben der Agrarstrukturverbesserung ein entscheidender Beitrag geleistet, um wertvolle Biotope und abwechslungsreiche Landschaftsausschnitte zu schaffen.“

Einen Nutzen für Natur und Umwelt verspricht sich Meyer auch vom Verfahren Hammenstedt in der Göttinger Region. „Das Vorhaben führt zur Verminderung der Bodenerosion und ist neben der allgemeinen Agrarstrukturverbesserung auch von ökologischer Bedeutung für die Unterstützung des Flächentauschs im Naturschutzgebiet ,Husumer Tal'“, sagte der Minister. „Nur durch den Flächentausch können hier Wiedervernässungen von ehemals sumpfigen Flächen erfolgen und zusätzlicher Retentionsraum für den Hochwasserschutz geschaffen werden.“ (…)

Für das Jahr 2014 hat das niedersächsische Agrarministerium ein neues ökologisches Bewertungsmodell für Flurbereinigungsverfahren entwickelt, das dann zur Anwendung kommt. Meyer: „Projekte, die auch dem Moorschutz, der Biotopvernetzung sowie dem Hochwasser- und Klimaschutz dienen, klettern dann nach oben auf die Agenda der einzuleitenden Verfahren. Statt bloßen Größenwachstums von Betrieben wird damit der gesellschaftliche Nutzen neu bewertet. Die Landesregierung setzt damit auch bei der Flurbereinigung den Auftrag aus dem Koalitionsvertrag für eine sanfte Neuorientierung Schritt für Schritt um.“

Quelle: Pressemitteilung des Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 4.10.2013