Saterland: Diskussion um LROP bei Landwirten und Torfabbauern

Ramsloh. Neben den torfverarbeitenden Betrieben fürchten auch die Landwirte im Saterland um ihre Existenz. Das wurde am Dienstagabend im Rathaus bei der öffentlichen Informationsveranstaltung zu den geplanten Änderungen des Landesraumordnungsprogramms (LROP) deutlich. Wie berichtet sieht die Landesregierung vor, alle Vorranggebiete „Rohstoffgewinnung für den Torfabbau“ zu streichen und diese Gebiete als Kohlenstoffspeicher festzusetzen. Aus Gründen des Moorschutzes sollen landwirtschaftlich genutzte Moorböden extensiviert und wieder vernässt werden.

Bernd von Seggern, Werkleiter bei der Klasmann Deilmann GmbH in Sedelsberg, sagte, erklärte Ratsmitgliedern und Besuchern, dass jeder torfverarbeitende Betrieb alle paar Jahre eine Fläche von 100 Hektar dazu bekommen müsse, damit der Abbau aufrecht erhalten werden könne. Etwa 20 Millionen Kubikmeter Torf würden jedes Jahr in der „Luft verpuffen“, was fast das dreifache der jährlichen Torfgewinnung sei – und dass unabhängig davon, ob das LROP geändert werde.

Landwirt Heinrich Thien (Sedelsberg) zeigte sich besorgt: „Wenn wir jedes Mal 100 Hektar abgeben müssen, haben wir keine Flächen mehr“. „Das bedeutet das Aus für die Landwirtschaft“, hieß es weiter von Seiten der Landwirte. Benno Hermes (CDU) schlug den Landwirten vor, sich zu organisieren und ihre Bedenken der Landesregierung vorzutragen. Bürgermeister Hubert Frye (CDU) stellte fest, dass die Bedrohung der Landwirtschaft geschickt im LROP formuliert worden sei. „Tut etwas dagegen, bevor es zu spät ist. Sonst sagt die Regierung später, dass sie es euch doch vorher gesagt hätte“, appellierte Frye an die Landwirte.

Fazite von Seggern waren außerdem, dass der Deutsche Erwerbsgartenbau weiterhin Torf brauche, das LROP von 2012 mit etwa 21 000 Hektar Vorranggebiet für Torfabbau beibehalten werden soll und dass die Moorrenaturierung nach Torfabbau praktizierter Klimaschutz sei. Er sagte, dass sich die Landesregierung bereits zu Gesprächen bereit erklärt habe.

Quelle: Nordwest-Zeitung, 8.10.2013