Diepholz: Gegen längeren Torfabbau

Diepholz – Abtorfung über den genehmigten Zeitraum hinaus – mit Billigung des Landkreises Diepholz! Noch nicht erfolgte Renaturierungen, obwohl vertraglich festgelegt! Das Thema „Torfabbau im Aschener und Heeder Moor“ bot mehr Grund zu Diskussionen und Kritik als erwartet.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt beschäftigte sich am Mittwochnachmittag vor etwa 20 Zuhörern im Rathaus mit diesem Thema. Anlass: Drei in dem Moorgebiet zwischen der B 214 und der Kreisstraße nach Lohne tätigen Torfwerke haben verschiedene Anträge beim Landkreis Diepholz eingereicht. Bei den meisten geht es um eine Verlängerung der Abbaugenehmigung – gestaffelt teilweise bis zum Jahr 2030. Das stieß im städtischen Ausschuss einhellig auf Kritik. Den Diepholzer Kommunalpolitikern ist eine schnelle Rückführung der Flächen an die Natur wichtiger als der Abbau von Torf – zumal nach einer Nachfrage von Ratsherr Andreas Pawelzik (Grüne) herauskam, dass auf manchen Flächen noch Torf abgebaut wird, obwohl die Genehmigung schon abgelaufen ist. „Wir haben ein Agreement mit der Abbaufirma geschlossen“, erklärte Landkreis-Fachdienstleiter Detlef Tänzer, denn die Genehmigungs-Verlängerung sei aufgrund 2004 veränderter Richtlinien in Aussicht gestellt worden.

In anderen Fällen sollen die Firmen, wenn der Landkreis es genehmigt, mehr als bisher abtorfen dürfen – auch aus Gründen des Naturschutzes, so paradox es klingt: Die vorgesehene Wiedervernässung funktioniere wegen gesunkener Wasserspiegel nur, wenn die nach der Torfgewinnung verbliebene Grundfläche nicht zu hoch ist.

Das war 1998, als die Stadt zum letzten Mal in einem ähnlichen Verfahren gefragt war, anders dargestellt worden. Einige der abgetorften Flächen, die aufgrund der Genehmigung von damals schon lange renaturiert sein müssten, sind noch in anderem Zustand.

Im Rahmen der anderthalbstündigen Diskussion im Ausschuss hatte Eckhard Mumm, der als Planer das Abbaugebiet schon seit 1977 betreut, Details der Situation im Abbaugebiet vorgestellt.

Ein weiteres Problem ist, dass in einem Bereich ein historischer Bohlenweg im Boden ist. Der Ausschuss forderte, diesen zu sichern.

Die Diepholzer Politiker verweigerten schließlich einmütig das „gemeindliche Einvernehmen“, stimmten den Anträgen der Abbaufirmen also nicht zu.

Letztendlich entscheidet aber der Landkreis Diepholz als zuständige Genehmigungsbehörde.

Quelle: Diepholzer Kreiszeitung, 4.10.2013