Diepholz: Längerer Torfabbau im Aschener Moor beantragt

Diepholz – Drei Lohner Torfwerke möchten im Aschener und im Heeder Moor länger Torf abbauen als bisher genehmigt. Sie haben beim Landkreis Diepholz als untere Naturschutzbehörde entsprechende Anträge gestellt mit dem Ziel, Abbaugenehmigungen für unterschiedliche Flächen bis 2015, 2025 beziehungsweise 2030 zu verlängern. Lediglich für einige Flächen kündigen die Firmen ein vorzeitiges Abbauende an.

Die Stadt Diepholz muss das „gemeindliche Einvernehmen“ zu der Verlängerung der Abbaugenehmigungen erteilen. Auch als Bauaufsichtsbehörde sowie als untere Denkmalschutzbehörde ist sie aufgefordert, zu diesen Anträgen Stellung zu nehmen.

Daher beschäftigt sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 2. Oktober, ab 16 Uhr im Rathaus mit dem Thema Torfabbau.

In einem Teil der beantragten Torfabbauflächen – südlich der Verlängerung der Straße Lindloge in Aschen – befindet sich der urgeschichtliche Bohlenweg. „Hinsichtlich der Flächen, in denen der Bohlenweg verläuft, ist aus denkmalschutzrechtlicher Sicht zu fordern, dass das Bodendenkmal fachgerecht untersucht, geborgen und dokumentiert wird“, schreibt die Diepholzer Stadtverwaltung in der Sitzungsvorlage. Nach Rücksprache mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege sei eine Erhaltung des Bohlenweges vor Ort keine Alternative, da der notwendige Schutzstreifen von je zehn Metern Breite bei dem Torfabbau nicht eingehalten worden und damit eine dauerhafte Erhaltung nicht möglich sei, heißt es weiter in der Vorlage für die Diep holzer Kommunalpolitiker, die über das „Einvernehmen“ entscheiden.

Wie aus der Sitzungsvorlage weiter hervorgeht, ist dem überwiegenden Teil der beantragten Abbauflächen bereits auf Grundlage der Genehmigung des Landkreises Diepholz aus dem Jahr 1998 eine Abbaugenehmigung erteilt. Die bisher in der Genehmigung von 1998 festgelegten Abbauhöhen sollen in Großteilen der Gebiete ausgeweitet werden. Nach Beendigung des Torfabbaus sind nach den Antragsunterlagen unter anderem folgende Maßnahmen durchzuführen: Rückbau, Verfüllung und Abdichtung der Gräben in den Wiedervernässungsflächen und Herstellung der Böschungen zu den angrenzenden, nicht vom Abbau betroffenen Flächen.

Die Stadtverwaltung schlägt dem Ausschuss vor: „Aus Sicht der Stadt Diepholz sollte einem weiteren Abbau nur insoweit zugestimmt werden, als die maximale Abbautiefe so angelegt ist, dass die geforderten Voraussetzungen für eine Wiedervernässung nicht gefährdet werden. Der Abbau sollte nicht über das Jahr 2025 hinausgehen.“

Quelle: Kreiszeitung, 24.09.2013