Neustadt: Torfabbau steht vor schweren Zeiten

Ist bald Schluss mit Torfabbau im Neustädter Land? Die Landesregierung will so schnell wie möglich sämtliche Moore unter besonderen Schutz stellen und damit auch den Torfabbau beenden.

Neustadt. Für das Torfwerk Neustadt, das derzeit mit 20 Mitarbeitern auf einer Fläche von 150 Hektar Moor den Torf abbaut, bedeutet das ein baldiges Ende. „Dann können wir höchstens noch fünf Jahre so weitermachen“, sagt Geschäftsführer Ludger Rohenkohl. Um eine langfristige Perspektive zu haben, müsste das Unternehmen neue Flächen im weiteren Umkreis erschließen.

Rohenkohl kann die Pläne der Landesregierung nicht nachvollziehen: „Nur drei Prozent aller Moore werden industriell genutzt und sämtlich renaturiert.“ Deshalb sei der Torfabbau auch nicht für die Zerstörung wertvoller CO2-Speicher verantwortlich zu machen. Damit nämlich begründet Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel das Vorhaben: „Der Verlust der Moore ist ein echter Klimakiller. Zwölf Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen in Niedersachsen entstammen der Nutzung der Moore.“

Unterstützung erhält der Minister aus der Stadtverwaltung: „Moorerhaltung trägt zum Klimaschutz bei“, sagt Bürgermeister Uwe Sternbeck. Die bislang genehmigten Abbaurechte seien ausreichend. Auch ohne besonderen Moorschutz ist der gewerbliche Torfabbau in Neustadt begrenzt: „2027 erlischt die letzte Genehmigung“, sagt Klaus Abelmann, Sprecher der Genehmigungsbehörde Region Hannover. Inwieweit Torfabbauer ASB Grünland von den Plänen betroffen sein könnte, ist offen. Betriebsleiter Sebastian Voy wollte kurzfristig keine Angaben machen.(…)

Bis heute gibt es zwei Unternehmen, die den Torf in den Mooren rund um Neustadt abbauen und vermarkten: die Firma ASB Grünland und das Torfwerk Neustadt bei Schneeren.

Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 10.09.2013

Anmerkung der Aktion Moorschutz: Torfabbau trägt sehr wohl zum Klimawandel bei. Die Flächen sind zwar im direkten Vergleich zu landwirtschaftlich genutzten Moorböden wesentlich kleiner. Doch die Geschwindigkeit, mit welcher der über Jahrtausende gewachsene Torf durch den Torfabbau zerstört wird und damit der darin gespeicherte Kohlenstoff als Treibhausgas in die Atmosphäre entweicht, ist um ein Vielfaches höher.