Bayern: Moorschutz-Renaturierung in Benediktbeuern

Seit 25 Jahren setzt sich das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) in Benediktbeuern für den Moorschutz im Klosterland Benediktbeuern ein – mit 200 Hektar ist es das größte Renaturierungsprojekt in Bayern

Benediktbeuern – Klima-, Hochwasser- und Artenschutz, davon ist die Pflege der Moorflächen durch das Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) geprägt. P. Karl Geißinger, Direktor des ZUK, und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten am 11. Juni zur Fachtagung „25 Jahre Moorschutz“ nach Benediktbeuern eingeladen, die anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Einrichtung stattfand. Vertreter von Forschung, Politik und Landwirtschaft diskutierten an diesem Tag über die Entwicklung des Moorschutzes und dessen Auswirkungen auf die Umwelt.

Ein zentraler Punkt des Moorschutzes des ZUK sei die Verbindung von Landwirtschaft und Naturschutz. „An 20 Landwirte werden derzeit Klosterflächen verpachtet“, sagt P. Geißinger, diese bewirten die renaturierten Moorflächen, indem sie zum Beispiel Wiesen zu festgelegten Terminen mähen und auf Düngemittel verzichten. „Dabei muss aber ein Konsens mit den Landwirten gefunden werden“, so Geißinger weiter. Dass dies nicht immer so einfach ist, macht Peter Fichtner, Kreisobmann des Bauernverbands, macht deutlich: „Man muss die Landwirte früher in Gespräche einbinden und ihnen auch mehr Flexibilität in der Bewirtung der Flächen ermöglichen.“ Denn die Vertrauensbasis zum ZUK sei da, sie müsse nur immer wieder durch Kommunikation gestärkt werden.

Lob für die gute Zusammenarbeit gibt es dagegen von Georg Schlapp, Vorstand der Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds. Sowohl die landwirtschaftliche Nutzung des Niedermoors als auch das Bemühen, den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern, sei im ZUK deutlich erkennbar. Für weitere 20 Jahre hat die Stiftung deshalb insgesamt 530.000 Euro zur Verfügung gestellt, um die biologische Vielfalt und den Klimaschutz zu unterstützen.
„17 Tonnen weniger Kohlendioxid pro Jahr und Hektar gelangten durch das Renaturierungsprojekt im Klosterland Benediktbeuern in die Atmosphäre“, berichtet Matthias Drösler, Professor an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Er untersuchte unter anderem auch im Klosterland Benediktbeuern den Ausstoß klimarelevanter Gase. Trotzdem sei allein mit der Renaturierung von Mooren die Klimawende in Deutschland nicht aufzuhalten.

Auch die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen wird durch den intensiven Moorschutz versucht, weiter zu erhalten. Feuchtwiesen sind Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. „Lichtblick ist aber die ansteigende Population von Störchen und Braunkehlchen“, so P. Geißinger, denn noch sei bei wiesenbrütenden Vögeln ein Artensterben verstärkt zu beobachten. Deshalb wünscht sich der Direktor auch für die Zukunft, dass die Nutzung der Moorflächen kontinuierlich weitergehe. Dafür müssten Kompromisse im Einklang von Moorschutz, Landwirtschaft, Tourismus und Umweltbildung gemacht werden, um das Modellprojekt Klosterland weiter zu optimieren und erfolgreich zu bleiben.

1988 initiierten die Salesianer Don Boscos die Bildungseinrichtung ZUK, rund 95.000 Menschen jährlich besuchen die Bildungsveranstaltungen zur Sensibilisierung für Umweltthemen. Dabei stehen die Wiederherstellung der Moorlebensräume, die Förderung einer umweltschonenden und standortgerechten Landwirtschaft, Artenschutzmaßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt sowie die Umsetzung sanfter Tourismuskonzepte im Zentrum der Naturschutzarbeit des ZUK.

Quelle: www.donbosco.de