Moorschutz in Niedersachsen: Interview mit Minister Meyer

Quelle: Radiobremen, Nordwestradio -Journal vom 24.06.2013
Hier geht es zum Interview mit Christian Meyer (Dauer 4:40 Minuten)

Fast zwei Drittel aller deutschen Hochmoore liegen in Niedersachsen (rund 235 000 Hektar). Auf 17 000 Hektar wird noch Torf abgebaut. Umweltschützer kritisieren seit langem schädliche Folgen für das Klima. Die Landesregierung will deshalb künftig auf sogenannte Vorranggebiete für den Torfabbau verzichten.

Der Verlust der Moore sei ein echter Klimakiller, so Umweltminister Wenzel (Grüne). „Allein zwölf Prozent der jährlichen Treibhausgas-Emissionen in Niedersachsen entstammen der Nutzung der Moore.

Wir wollen daher die letzten verbliebenen Moore nicht nur für den Naturschutz, sondern auch als aktiven Beitrag zum Klimaschutz erhalten“, sagte der Umweltminister. Über den Moorschutz haben am Montag, 24. Juni Umweltminister Wenzel und Agrarminister Meyer (Grüne) mit Experten diskutiert. Nordwestradio-Moderatorin Julia Meichsner sprach mit Agrarminister Christian Meyer.

Ziel sei es, Böden mit hohen Kohlenstoffgehalt wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen. Die Landesregierung will dafür das Moorschutzsystem „Norddeutsche Moorlandschaft“ schaffen. „Torfabbau zerstört die gewachsene Kulturlandschaft und spaltet ganze Dorfgemeinschaften“, sagt Meta Janssen-Kucz, Sprecherin für ländliche Entwicklung und Raumordnung in der Landtagsfraktion der Grünen. Die Maßnahme des Landwirtschaftsministeriums gebe den Landkreisen mehr Spielraum, über die Nutzung von Flächen zu bestimmen.

Heutzutage wird der Torf nicht mehr vornehmlich als Brennstoff verwendet. Im Vordergrund steht die Verwendung als Bodenmaterial für den Gartenbau. Wo in Niedersachsen ehemals Moore mit einzigartiger Flora und Fauna waren, bleiben Mondlandschaften zurück. Grundsätzlich halten es die Landtags-Grünen für erforderlich, dass mittelfristig Gartentorferde durch andere Substrate, wie z.B. Kompost oder auch torffreie Gartenerde ersetzt wird.