Mehr Moor für den Solling

Es wird bald wieder feucht im Solling. Eine Fläche von etwa 70.000 Quadratmetern soll in den kommenden Wochen wieder zu einem ökologisch wertvollen Waldmoor werden. Ein Projekt der niedersächsischen Landesforsten sieht vor, am Kükenbruch bei Silberborn (Landkreis Holzminden) etwa 5.000 Fichten zu fällen und anschließend per Baumlift aus dem Wald zu ziehen. „Danach soll die Fläche wieder dauerhaft vernässt werden“, sagte ein Sprecher. Die Kosten für die Aktion liegen bei etwa 100.000 Euro.

Die vor etwa 5.000 Jahren entstandenen Moore im Solling wurden bis Mitte des 19. Jahrhunderts intensiv ausgebeutet. Als der Torfabbau dann um 1840 endete, begann die Entwässerung. Gräben sorgten dafür, dass immer mehr Waldmoore austrockneten. Und statt der ursprünglich vorhandenen Moorbirken, Aspen, Zitterpappeln oder Ebereschen wurden auf den trockenen Böden Fichten gepflanzt.

Die Landesforsten haben in den vergangenen beiden Jahrzehnten bereits mehrere früher trocken gelegte Waldmoore renaturiert, darunter auch das Mecklenbruch. Das größte Moor im Solling hat eine Fläche von rund 100 Hektar. Die vollständige Wiedervernässung aller früheren Waldmoorgebiete werde noch Jahrzehnte dauern, so der Forstsprecher weiter.

Quelle: NDR 1 Niedersachsen, 13.04.2013