Landwirtschaftsminister Meyer gegen Torfabbau im Hankhauser Moor

Auf Einladung der B90/Die Grünen-Kreistagsfraktion fand am Morgen des 25. Mai 2013 auf dem Modellflugplatz im Hankhauser Moor eine Gesprächsrunde mit dem neuen niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer statt.

Minister Meyer (5. von links) im Gespräch mit Verbands- und BehördenvertreterInnen (Foto: Lorenz)

Minister Meyer (5. von links) im Gespräch mit Verbands- und BehördenvertreterInnen (Foto: Lorenz)

Nach einer Begrüßung der Gäste aus Politik, Verwaltung, Landwirtschaft, Naturschutzverbänden und Anwohnerschaft durch Friederike Pirschel von den Rasteder Grünen und einer Einführung durch die Kreistagsabgeordneten Gerd Landhorst, Friedrich Haubold und Peter Meiwald gaben die Vertreter von BUND (Susanne Grube) und NABU (Horst Lobensteiner) Einblick in die Entstehung, Bedeutung und ökologische sowie klimatische Wertigkeit des Hankhauser Moores. Wichtig für den Erhalt der biologischen Vielfalt sei die Beibehaltung bzw. Ausweitung einer extensiven Landwirtschaft. Der Vertreter der Anwohner machte auf die Gefährdung der Standsicherheit ihrer Gebäude für den Fall eines Torfabbaus deutlich. Der Naturschutzbeauftragte des Landkreises, Horst Bischoff, blickte in seinem Beitrag auf die historische Entwicklung des „jungen“ Hankhauser Moores und trat vehement für dessen Erhaltung ein. Die Leiterin des Umweltamtes, Hilke Hinrichs, und der Umweltdezernent des Landkreises, Dr. Jürgens, wiesen dann auf die rechtlichen Fragen und die hydrologischen und Entwässerungsproblematiken im Gefolge eines Torfabbaus hin. Kreislandwirt Manfred Gerken sprach in seinem Beitrag die Unverzichtbarkeit auch von Moorstandorten durch den enormen Flächendruck an, dem die heutigen Landwirte ausgesetzt seien.

Umweltminister Meyer verwies auf die Koalitionsvereinbarungen, nach dem aus dem Landesraumordnungsprogramm (LROP) sämtliche Vorranggebiete für Torfabbau, also auch das für das Hankhauser Moor, entfernt werden sollen. Bis zu dessen Verabschiedung durch den Landtag könnte bei Torfabbauanträgen auf die kommende Gesetzeslage verwiesen werden. Das Ziel der Landesregierung sei, die verbliebenen 5 % Hochmoore des moorreichsten Landes in Deutschland zu schützen und verstärkt Torfersatzstoffe zu fördern.

Quelle: NABU Rastede