Umweltminister Wenzel wirbt für Moorschutz als Klimaschutz

Wenzel betonte in Resse, dass austrocknende Moore für mehr als zehn Prozent der Kohlendioxydemissionen in Niedersachsen verantwortlich sind. Dies könne durch ein Wiedervernässen der Moorkörper verhindert werden. „Der Klimaschutz hat existenzielle Bedeutung für die Menschheit“, sagte er.

Wedemark. Der Aktionskreis Hannoversche Moorgeest äußerte Erwartungen an den neuen Landesminister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Stefan Wenzel. Gerade weil Wenzel aus Resse stamme, solle er sein besonderes Augenmerk auf das Naturschutzprojekt für das Bissendorfer, Helstorfer, Otternhagener und Schwarze Moor legen, formulierte Ludwig Uphues als Sprecher des Aktionskreises.

Vor fast 150 Besuchern referierte Wenzel in der Resser Sporthalle über den Moorschutz in Niedersachsen. „Ich bekenne mich zu dem Zwölf-Punkte-Plan, den mein Amtsvorgänger Stefan Birkner ausgehandelt hat“, betonte Wenzel mit Blick auf das Projekt Hannoversche Moorgeest. Auch er setze im derzeit laufenden Flurbereinigungsverfahren auf das Prinzip der Freiwilligkeit. Das sei kein einfaches Unterfangen, sagte Wenzel. „Ganz wichtig sind die Landwirte, die mit ihren Flächen zum Gelingen des Projekts beitragen können“, sagte der Minister. „Ich weiß, dass dieses Verfahren nicht konfliktfrei ablaufen wird“, fügte er hinzu.

Mit seiner Ankündigung, keine neuen Torfabbauflächen in Niedersachsen zu genehmigen, rief Wenzel in Resse den Widerspruch mehrerer Vertreter dieser Branche hervor. Auf Torf könne der Garten- und Gemüsebau nicht verzichten, wurde argumentiert. Wenzel wies auf eine Veranstaltung hin, die am Montag, 24. Juni, von 9 bis 16 Uhr in der Akademie des Sports in Hannover Moorschutz und Moornutzung in den Mittelpunkt rückt.

Umweltminister Wenzel im Gespräch mit Vertretern des Moorinformationszentrums Resse (Foto: F. Bernstorf)

Umweltminister Wenzel im Gespräch mit Vertretern des Moorinformationszentrums Resse (Foto: F. Bernstorf)

Quelle: Hannoversche Allgemeine, 17.05.2013