Wiesmoor: Land setzt Zeichen beim Thema Torfabbau

Die Vorranggebiete für den Torfabbau sollen aus dem Raumordnungsprogramm gestrichen werden. Die Marcardsmoorer bleiben weiterhin skeptisch. Für Ortsvorsteherin Frieda Dirks sind noch zu viele Fragen offen.

Wiesmoor – Es ist für viele Wiesmoorer sicherlich eine frohe Botschaft: Das Landwirtschaftsministerium in Hannover hat entschieden, dass alle Torfabbaugebiete aus dem Raumordnungsprogramm des Landes (LROP) gestrichen werden sollen. „Es ist toll, dass jetzt endlich etwas passiert“, sagt Frieda Dirks (SPD), Ortsvorsteherin von Marcardsmoor. Dennoch sieht sie die Ankündigung mit gemischten Gefühlen. Man wisse noch nicht, was mit den Antragsverfahren passiere, die sich in der Schwebe befänden.

Hat Marcardsmoor damit wirklich endlich Ruhe? Frieda Dirks ist skeptisch. Sie, die in den vergangenen Monaten mit viel Energie und Unterstützung einer Vielzahl von Marcardsmoorern gekämpft und auf die Nachteile für den Ort, die Menschen und die Natur aufmerksam gemacht hat, glaubt noch nicht an die Wende. Auf ihre bangen Fragen bekam sie am Mittwoch keine klaren Antworten. Was ist, wenn die Torfabbauunternehmen versuchen, noch schnell ihre Interessen durchzudrücken? Wie werden Anträgen auf eine Genehmigung behandelt, die noch eben vor der Entscheidung der Landesregierung gestellt wurden. Was geschieht mit Anträgen, die noch gestellt werden, bevor das Landesraumordnungsprogramm 2014 geändert werden soll? Die Torfabbauunternehmen haben sich schließlich schon Flächen in Marcardsmoor durch Ankauf oder Pachtverträge gesichert.

Auch Bürgermeister Alfred Meyer konnte dazu am Mittwoch noch keine Aussage machen. Die Stadt hatte vor, den Torfabbau durch eine entsprechende Bauleitplanung zumindest zeitlich hinauszuzögern. „Ich kann nicht sagen, ob das mit dem Vorhaben des Landes damit überflüssig wird. Das müsse man abwarten. Die Stadt hat bereits 70 000 Euro in ihrem Haushalt für eine solche Planung vorgesehen. „Wir werden auf jeden Fall dabei bleiben, wenn es notwendig ist“, so Meyer.

Quelle: Ostfriesen Zeitung, 11.04.2013