Moorschutz muss sofort beginnen

Gemeinsame Pressemitteilung der Aktion Moorschutz vom 11.04.2013:

Die Aktion Moorschutz begrüßt das entschiedene Vorgehen der rot-grünen Landesregierung zum Schutz der Moorböden und zur Streichung von Vorranggebieten für Torfabbau aus dem Landesraumordnungsprogramm. Gleichzeitig ermutigt sie, gegen aktuelle Torfabbau-Anträge in den Regionen Niedersachsens vorzugehen.

Anette Lilje von der Aktion Moorschutz: „Die Landesregierung unternimmt mit der Umsetzung ihrer Moorschutzziele sehr wichtige Schritte in Sachen Natur- und Klimaschutz, die seit Jahren überfällig waren. Wir sind froh, dass die Politik sich auf Drängen der Aktion Moorschutz in Zusammenarbeit mit Umweltverbänden und zahlreichen engagierten Bürgerinnen und Bürgern dieses wichtigen Themas annimmt und einen Rahmen für nachhaltige regionale Entwicklung schaffen will. Einmal mehr zeigt sich, dass sich das Engagement für eine gesunde Umwelt auszahlt.“

Dr. Hans-Gerhard Kulp von der Aktion Moorschutz ergänzt: „Die Umsetzung weitreichender Moorschutzziele passiert natürlich nicht von heute auf morgen, dafür braucht es sorgfältige Abstimmungsprozesse. Dennoch ist absolute Eile geboten, denn aus trocken gelegten Moorböden entweichen rund 12 Prozent der niedersächsischen Treibhausgase, die unser Klima anheizen. Moor- und Klimaschutz hängen direkt zusammen.“

Hintergrund: Moorböden haben während ihrer Entstehung über Jahrtausende Kohlenstoff gespeichert. Durch Entwässerung der Moore für Torfabbau und Landwirtschaft gelangt Kohlenstoff als Treibhausgas in die Atmosphäre und heizt das Klima an. Beim Torfabbau erfolgt innerhalb weniger Jahre ein intensiver Ausstoß an Treibhausgasen – eine desaströse Klimabilanz, die selbst durch die Wiedervernässung abgetorfter Flächen nicht ausgleichbar ist. Da Niedersachsen das moorreichste Bundesland ist, sind die negativen Folgen industrieller Moornutzung wie Treibhausgasemissionen sowie Verluste von Wasserspeichern und biologischer Vielfalt hier besonders gravierend.

Im geltenden Landesraumordnungsprogramm aus dem Jahr 2012 hat die vorige Landesregierung noch neue Vorranggebiete für Torfabbau festgesetzt. Das macht den Genehmigungsbehörden eine Ablehnung derartiger Anträge schwer.
Derzeit werden aktuelle Daten über die Moorverteilung erhoben, ein landesweites Moorschutzkonzept soll erarbeitet werden. Die Aktion Moorschutz drängt darauf, soweit wie möglich Natur- und Klimaschutzziele der rot-grünen Landesregierung in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.