Moorschutz im eigenen Garten

Mit dem Frühling beginnt die Gartenzeit. Die Aktion Moorschutz rät allen Hobbygärtnern, bei der Garten- oder Balkonbepflanzung bewusst nur torffreie Blumenerden zu verwenden. Denn für die Produktion torfhaltiger Produkte werden Moore in Niedersachsen und in Osteuropa mit großen Schäden für Umwelt und Klima abgebaut.

Die meisten Pflanzerden aus dem Bau- oder Supermarkt enthalten bis zu 90 Prozent Hochmoortorf. Dabei handelt es sich um einen endlichen Rohstoff, der über Jahrtausende aus Pflanzenresten in Mooren gebildet wurde und Kohlenstoff gespeichert hat.

Torf wurde lange als optimales Pflanzsubstrat für Hobbygärtner angesehen, denn er ist billig zu bekommen und speichert viel Wasser. Dabei ist der Torf an sich sehr nährstoffarm, die billigen Torferden im Baumarkt müssen daher mit Kunstdüngern und Zusatzstoffen aufgepeppt werden. Dazu kommen die erschreckenden Folgewirkungen der Torfproduktion. Für die Torfgewinnung werden einzigartige Naturlandschaften und unersetzbare Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten zerstört und der Wasserhaushalt der Abbauregionen beeinträchtigt. Durch die Entwässerung der Moorböden wird zudem Kohlenstoff in riesigen Mengen als Treibhausgas freigesetzt, wodurch die globale Klimaerwärmung weiter angeheizt wird. Nach Aussage der Landesregierung stammen über 13 Prozent der Treibhausgase in Niedersachsen aus den für Landwirtschaft und Torfabbau entwässerten Mooren.

Gartenfreunde können mit ihrer Kaufentscheidung einen Teil zum Erhalt der Moore beisteuern, denn das Angebot torffreier und hochwertiger Alternativen wächst stetig. Die torffreien Erden basieren auf Kompost, Rindenhumus, Holzfasern und weiteren natürlichen Zusatzstoffen zur optimalen Wasser- und Nährstoffspeicherung. Diese Erden sind meist deutlich gekennzeichnet, dennoch sollte vor dem Kauf die Liste der Inhaltsstoffe genau inspiziert werden. Einige Blumenerden werden als ‚torfarm‘ oder ‚bio‘ beworben, obwohl sie überwiegend aus Hochmoortorf bestehen.

Weiteren Informationen