Gnarrenburg: 2400 Unterschriften gegen Torfabbau

Bremervörde. Die Liste ist lang. 2400 Bürger haben sie innerhalb von fünf Monaten unterschrieben. Das Thema Torfabbau hat die Gnarrenburger mobilisiert. Sie wollen ihr Moor schützen, um weiteren Torfabbau zu verhindern. Doch dafür brauchen sie die Unterstützung der Politik. Jetzt überreichten die Mitglieder der Bürgerinitiative zum Erhalt unserer Moore in Bremervörde die Unterschriften an den Landrat von Rotenburg, Hermann Luttmann.

Fast wäre das nicht nötig, denn Luttmann hat sich offensichtlich wie viele andere Politiker auf die Seite der Moorschützer gestellt. Gerade wurde vom Kreistag beschlossen, ein Moratorium bei der Landesregierung zu beantragen. Damit wäre die Kreisverwaltung in der Lage, Abbauanträge vorerst auf Eis zu legen. Ohne Moratorium müsste sie weiteren Torfabbau genehmigen, wenn alle nötigen Rahmenbedingungen stimmen. Entsprechende Pläne liegen offen auf dem Tisch.

Martina Leitner übergibt dem Landrat Hermann Luttmann 2400 Unterschriften besorgter Bürger. (Foto: Weser Kurier)

Martina Leitner übergibt dem Landrat Hermann Luttmann 2400 Unterschriften besorgter Bürger. (Foto: Weser Kurier)

Die Vorsitzende der Bürgerinitiative, Martina Leitner, bedankte sich für die offene Unterstützung – auch für einen Haushaltsansatz von 50000 Euro für ein Zukunftskonzept. Als Vorbild dient die „Vision Teufelsmoor“ im Nachbarlandkreis Osterholz. Doch Leitner erinnerte: „Noch haben wir keine Rechtssicherheit, das Vorranggebiet für Torfabbau besteht weiterhin.“ Die Hoffnungen ruhen auf der neuen Landesregierung.

Die Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und Grünen enthält eine entsprechende Absichtserklärung, das maßgebliche Landesraumordnungsprogramm entsprechend zu ändern. Wann die Pläne angegangen werden, ist noch offen.

Die Initiative will sich deshalb nicht ausruhen. Bei der weiteren Sammlung von Unterschriften soll es nicht bleiben. „Es steht ein Termin im Umweltministerium in Hannover an“, verrät Leitner zu den weiteren Plänen. „Wir werden dort das Zukunftskonzept vortragen und um Fördermittel werben.“

Ziel der Bürgerinitiative bleibt das Ende des industriellen Torfabbaus im Landkreis Rotenburg. Sie fordert die ersatzlose Streichung des Vorranggebiets Torfabbau. Die Entwicklung der Region soll ein Zukunftskonzept vorgeben, in dem sich Anwohner, Landwirte, Naturschützer, Tourismus und Dorfentwicklung wieder finden.