Marcardsmoorer besuchten versacktes Haus

Fireda Driks, Ortsvorsteherin von Marcardsmoor, besuchte mit einer Gruppe das versackte Haus in Ovelgönne im Landkreis Wesermarsch. Dort war im Oktober 2012 ein Gebäude am Rande eines Torfabbaugebietes eingesackt. Ähnliches befürchtet Driks für Marcardsmoor.

Marcardsmoorer besichtigen das abgesackte Haus in Rüderhausen in der Gemeinde Ovelgönne. (Foto: OZ)

Marcardsmoorer besichtigen das abgesackte Haus in Rüderhausen in der Gemeinde Ovelgönne. (Foto: OZ)

Wiesmoor – Ein trauriges Bild bot sich den 15 Marcardsmoorern, die sich kürzlich nach Ovelgönne (Landkreis Wesermarsch) aufmachten, wo schon seit Jahrzehnten im großen Stil Torfabbau betrieben wird. Grund der Reise: Dort ist ein Haus am Rande eines Torfabbaugebietes in sich zusammengesackt.

Mit Flatterband ist das Grundstück abgesperrt. Seit Oktober 2012 ist das Gebäude nicht mehr bewohnbar. Das Carport wurde schon abgerissen und eine Hauswand abgestützt. Die Bewohner mussten ihr Heim am 8. Oktober fluchtartig verlassen. Seitdem gibt es Unruhe unter den Bewohnern in der Region. Ein sinkender Grundwasserspiegel, unter anderem auch verursacht durch den Torfabbau, wird als mögliche Ursache in Betracht gezogen.

Auch in Marcardsmoor müsse man mit solchen Vorfällen rechnen, wenn der Torfabbau dort nicht endlich gestoppt werde, so Ortsvorsteherin Frieda Dirks und Gerd Rust aus Marcardsmoor, die die Gruppe aus Ostfriesland an diese Stelle geführt hatten. Wie in Ovelgönne sind auch die meisten Häuser in Marcardsmoor wegen des moorigen Untergrunds auf Holzpfählen gegründet. Wenn die Pfähle nicht mehr vom sauren, moorigen Wasser umgeben sind, fangen sie an zu faulen. Das Haus verliert seinen Halt.

„Das Thema bewegt in Ovelgönne viele Menschen, weil sie Angst um ihre Häuser haben“, so Frieda Dirks. Keiner fühle sich dort für die Schäden zuständig. Dirks wünscht sich, dass sich in Wiesmoor ein stärkeres Bewusstsein für die Schäden, die der Torfabbau möglicherweise verursacht, entwickelt und endlich ein Zeichen gesetzt wird. Oberstes Ziel für die Stadt müsse sein, Wiesmoor als Vorranggebiet für Torfabbau aus dem Landraumordnungsprogramm herauszubekommen. Gleichzeitig müsse die Stadt eine Konzentrationsplanung auf den Weg bringen, um den Torfabbau zumindest zeitlich weiter hinausschieben zu können. Dazu hatte Erster Kreisrat Frank Puchert geraten.

Quelle: ostfriesen Zeitung, 9.3.2013