Bayern: für Moorbauern-Programm einsetzen


Geschäftsführer der Arge Donaumoos informiert Kreisräte. Moorbauern-Programm soll Landwirte entschädigen.

Wiedervernässter Bereich im Donaumoos (Foto: AAZ)

Wiedervernässter Bereich im Donaumoos (Foto: AAZ)

Günzburg/Leipheim Am Ende gab es für den Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos, Ulrich Mäck, Beifall. Und die Zusicherung der Kreisräte im Umweltausschuss, dass sie die Anstrengungen beim Schutz der Moore im Landkreis weiter unterstützen wollen. Mäck hatte in der Sitzung am Mittwochnachmittag darauf hingewiesen, dass die Wiederherstellung der Moore beim Klimaschutz eine nicht zu unterschätzende Bedeutung habe. Ein Moor speichere sechs Mal mehr Kohlenstoff als Wald. Bei der Trockenlegung der Moore werde die Atmosphäre mit klimaschädlichen Abbauprodukten angereichert. 30 Prozent der Klimabelastung durch die Landwirtschaft entstehe durch die Bewirtschaftung der Moore, obwohl diese nur acht Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmachen. (…)

Die Vermeidung der Kohlendioxid-Freisetzung sei bei der Renaturierung von Mooren vergleichsweise kostengünstig. Mäck nannte pro Tonne Kohlendioxid, die nicht in die Atmosphäre gelange, Kosten von 20 bis 70 Euro.

Durch die Wiedereinleitung von Nauwasser ins Leipheimer Moos seien inzwischen 95 Hektar vernässt worden. Der Klimschutz-Effekt sei groß, betonte Mäck. Die Kohlendioxid-Einsparung entspreche dem Ausstoß von 280 bayerischen Durchschnittsfamilien – oder zwölf Prozent der Leipheimer Bevölkerung. Weil die Wiedervernässung nur in Zusammenarbeit mit Landwirten möglich sei, sollen die Betroffenen für ihren Verzicht auf Ackernutzung über ein Moorbauern-Programm entschädigt werden. Landrat Hubert Hafner wurde einstimmig beauftragt, für die Etablierung dieses Moorschutz-Programms bei den Agrarumweltmaßnahmen 2014 zu kämpfen.

Quelle: Augsburger Allgemeine, 8.3.2013