Bayern: Flurbereinigung im Gundelfinger Moos

Für größere Moor-Wiedervernässungsprojekte sind die komplexen Besitzverhältnisse aneinander grenzender Flächen häufig Stolpersteine im Umsetzungsprozess. Über Flurbereinigungsverfahren können die Besitzverhältnisse umgelegt werden, indem z.B. Flächen verkauft oder getauscht werden. Ein Beispiel aus dem Gundelfinger Moos in Schwaben:

Verkaufsbereitschaft ist überraschend groß

Arbeitskreis Flurbereinigung befasst sich mit Moorschutz. Ziel: viele Flächen in öffentlicher Hand.

Gundelfingen/Leipheim Um die Belange des Natur- und Klimaschutzes und die landwirtschaftlichen Anforderungen im Gundelfinger Moos unter einen Hut zu bringen, müssen wohl über ein spezielles Verfahren Grundstücke getauscht werden. Seit mehr als drei Jahren treffen sich dazu Landwirte, Naturschützer und Behördenvertreter in einem Arbeitskreis „Flurbereinigung Gundelfinger Moos“, berichtet die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Schwäbisches Donaumoos mit Sitz in Leipheim. Nach einer Auftaktveranstaltung im Sommer 2009 in Gundelfingen, zu der damals etwa 500 Eigentümer im Gundelfinger Moos angeschrieben wurden, machten sich die Mitglieder des Arbeitskreises an die schwierige Detailarbeit.

Ziel ist es, im Kernbereich des Gundelfinger Mooses einen Moorschutz durch eine angemessene Wiedervernässung zu gewährleisten und andererseits in den Randbereichen noch eine landwirtschaftliche Grünlandnutzung zu ermöglichen. (…)

Im Gundelfinger Moos dürfte aber ein Flurbereinigungsverfahren hilfreich werden, um Eigentümer aus dem Vernässungs-Kerngebiet – möglichst freiwillig – heraus tauschen zu können. In den vergangenen Jahren wurden im Planungsgebiet von den Kommunen bereits in nennenswertem Umfang Grundstücke erworben, sodass das Ziel, im Kerngebiet weitgehend Flächen in öffentlicher Hand zu halten, erreichbar scheint. Bisher sei man von der Verkaufsbereitschaft vieler Eigentümer mehr als überrascht gewesen, teilte die Arge Donaumoos mit. Verkaufswillige Eigentümer können sich weiterhin an die Arge in Leipheim wenden, die die Ankäufe für die Kommunen organisiert.

Moorschutz ist ein wesentlicher Baustein eines funktionierenden Klimaschutzes, denn ein hoher Grundwasserstand mindert den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen: Intakte Moore weisen sogar eine ausgeglichene CO2-Bilanz aus. Heute weiß man, dass Moorschutz der effektivste Klimaschutz ist. Dies betonte der Arbeitskreisleiter und Leiter des Krumbacher Landwirtschaftsamtes, Georg Stark, beim jüngsten Treffen des „Arbeitskreises Gundelfinger Moos“. Der Arbeitskreis tagte seit 2009 regelmäßig zweimal im Jahr. Mehrmals erkundigten sich die Teilnehmer auch vor Ort. Bis Ende 2013, so hoffen die Mitglieder, könnte das in Auftrag gegebene hydrologische Gutachten den künftigen Weg zu mehr Klimaschutz genauer aufweisen.

Quelle: Augsburger Allgemeine Zeitung, 1.3.2013

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