Streit um Torfabbau in Gnarrenburg

Streit um Torfabbau in Gnarrenburg
Bürgerinitiative contra Torfwerk

Die wirtschaftliche Nutzung der Moore führt in der Region um Gnarrenburg zum Streit. Landwirte beanspruchen noch erhaltene Flächen für ihre Zwecke und machen dafür ein Vorkaufsrecht geltend. Ein Torfwerk in Sandbostel hat eigene Ansprüche geltend gemacht und beim Oberlandesgericht Celle in letzter Instanz gesiegt. Wie kann man diesen Konflikt lösen? Wir diskutieren live vor Ort.

Das platte norddeutsche Land hat es in der Form, wie wir es kennen, nicht immer gegeben. Es lag in historischer Zeit um einiges höher – wegen der Torfschichten, die sich auf dem nach-eiszeitlichen Grund aufbauten. Schon zur Römerzeit bildeten die Menschen hier erste Siedlungsschwerpunkte. Weil sie weder aus dichten Wäldern noch aus mineralischen Böden Brennstoffe gewinnen konnten, nutzten sie dafür über Jahrhunderte die Moore. Das Land senkte sich und nahm das uns heute vertraute Bild der niederdeutschen Tiefebene an.

Einstellung zum Moor hat sich geändert

Torfstichkante (Foto: Nordwestradio)

Torfstichkante (Foto: Nordwestradio)

Torfabbau für die Brennstoffversorgung ist heute Geschichte. Torf als Kultursubstrat, das der Bodenverbesserung im Gartenbau dient, wird aber weiterhin den Mooren entnommen. Allerdings hat sich die Einstellung der Menschen zu den Mooren gewandelt. Sie werden heute überwiegend als erhaltenswerte Biotope gesehen. Vielerorts werden Moore auch durch gezielte Vernässung rekultiviert. Torfinseln erinnern an frühere Landschaftsformen.

Torfwerk gewinnt Rechtsstreit

In der Region um Gnarrenburg geht es derzeit einmal mehr um die wirtschaftliche Nutzung der Moore. Landwirte beanspruchen noch erhaltene Flächen für ihre Zwecke. Ein Torfwerk in Sandbostel siegte mit seinen Absprüchen beim Oberlandesgericht Celle in letzter Instanz. Der Flächenankauf durch das Torfwerk ist demnach rechtens, dem industriellen Torfabbau stünde nichts mehr im Wege.

Bürgerinitiative hält dagegen

Eine Interessengemeinschaft aus Landwirten, Anrainern und Naturschützern will das nicht hinnehmen. Sie setzt sich für ein Ende des Torfabbaus ein, auch mit dem Argument, dass dabei Kohlendioxid freigesetzt werde.

Wie kann man den Interessen der einen wie der anderen Seite gerecht werden?
Welcher Ausgleich ließe sich herbeiführen?

Darüber diskutieren wir in „Nordwestradio unterwegs-Sendung“ am 21. Februar 2013 ab 15:05 Uhr live in Gnarrenburg und im Nordwestradio.

Gesprächsteilnehmer:

Josef Gramann, Geschäftsführer der Gramoflor GmbH
Martina Leitner, Vorsitzende Bürgerinitiative zum Erhalt der Moore
Heinz Korte, Kreislandwirt
Hermann Luttmann, Landrat des Landkreises Rotenburg
Axel Renken, Bürgermeister von Gnarrenburg

Veranstaltungsadresse:
Ratssaal
Bahnhofstraße 1
27442 Gnarrenburg

Eintritt ist frei – Gäste sind willkommen

Die Besucher der Sendung sind herzlich eingeladen, Fragen zur Diskussion beizutragen.

Moderation: Hans Heinrich Obuch
Redaktion: Brigitte Kammigan

Quelle: http:Radio Bremen/ Nordwestradio