Internationaler Tag der Feuchtgebiete/ Moorschutz ist Aufgabe der Landesregierung

Zum „Internationalen Tag der Feuchtgebiete“ erinnert die Aktion Moorschutz an die Dringlichkeit
des Moorschutzes in Niedersachsen und fordert die neue Landesregierung zum Handeln auf.

Neben einem neuen Moorschutzprogramm, das Natur- und Klimaschutz verbindet und das Hochund
Niedermoorböden umfasst, gilt es eine konkrete Wiedervernässungsplanung von Flächen
verbunden mit einer entsprechenden Mittelbereitstellung vorzusehen.

Dr. Christoph Zöckler von der Manfred-Hermsen-Stiftung erklärt: „Niedersachsen besitzt im
bundesweiten Vergleich noch einen hohen Anteil ökologisch wertvoller Feuchtgebiete, zu denen
auch die Hoch- und Niedermoore zählen. Niedersachsen hat als Moorland Nr. 1 eine herausragende
Verantwortung für deren Schutz.“

Wiedervernässter Hochmoorbereich im Vehnemoor (Foto: Lilje)

Wiedervernässter Hochmoorbereich im Vehnemoor (Foto: Lilje)

Die weiten, kargen Hochmoorflächen sind unersetzliche Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. In den nährstoffreichen Niedermooren dagegen wachsen Schilf, Erle und Birke in
kurzer Zeit zu urigem Dickicht heran. Zusätzlich speichern intakte Moore gigantische Mengen von
Klimagasen und regulieren den Wasserhaushalt in der Natur.
Nur noch ein geringer Teil der niedersächsischen Moore kann diese wichtigen Funktionen für den
Naturhaushalt erfüllen, denn über 95 Prozent der niedersächsischen Moore sind durch Entwässerung
und Nutzung stark beeinträchtigt. So zersetzen sie sich langsam und beständig unter Äckern,
Grünländern und Forsten, Flächeninhaber sprechen vom „Bodenschwund“. Noch schneller
verschwindet das Moor durch Torfabbau. Aus den geschundenen Mooren stammen rund 13 Prozent
der niedersächsischen Treibhausgasemissionen – „ ein Prozess, der durch gezielte
Wiedervernässungsmaßnahmen gestoppt werden muss“, so Zöckler.

„Wir fordern von den Regierungsfraktionen in den Koalitionsverhandlungen, sich stärker als die
Vorgänger im Moorschutz zu engagieren. Förderprogramme müssen die Wiederherstellung
geschädigter Moore ermöglichen und extensive Nutzung finanziell unterstützen. Mit einer
gleichzeitigen Anhebung des Grundwasserstandes kann ein wesentlicher Beitrag für den Klimaschutz
und Naturschutz geleistet werden. Für eine gezielte Moorschutzplanung ist eine Neubewertung aller
Moorflächen Niedersachsens längst überfällig“, betonte Dr. Holger Buschmann, NABULandesvorsitzender
Niedersachsen.

Anette Lilje von der Aktion Moorschutz sagt dazu: „Die neue Landesregierung steht nun in der
Verantwortung, ein neues niedersächsisches Moorschutzprogramm auf den Weg zu bringen, das
Natur- und Klimaschutzaspekte integriert.“ Dr. Reinhard Löhmer, BUND Niedersachsen, ergänzt: „Die
Umsetzung von dringenden Wiedervernässungsmaßnahmen war bisher aufgrund von umständlichen
Genehmigungsverfahren zu schwierig.“ Eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen ist
nötig, um künftig frei werdende Mittel zeitnah in Moorschutzprojekten einsetzen zu können.

Dr. Hans-Gerhard Kulp von der Biologischen Station Osterholz denkt vorausschauend: „Moorreiche
Regionen haben ein hohes Landschaftspotenzial. Das birgt Chancen für Naturtourismus, aber auch
für moderne Wirtschaftsformen auf nassen Böden, die derzeit in der Entwicklungsphase sind. Die
Regionen sollen in einer nachhaltigen Entwicklung unterstützt werden, in der Natur- und
Wirtschaftsraum einander stärken. Das eine geht nicht ohne das andere.“

Pressemitteilung der Aktion Moorschutz, 30.01.2013