Ostfriesland/ Marcardsmoor: Torfabbau wird im Landtagsausschuss diskutiert

Quelle: Ostfriesen-Zeitung, 29.12.2012, Autorin: Monika Bogena

Die Ortsbürgermeisterin von Marcardsmoor hat eine schriftliche Zusage aus Hannover bekommen. Das Landwirtschaftsministerium will laut Frieda Dirks noch den genauen Termin mitteilen. Vor Weihnachten war auch noch die Landtagsabgeordnete der Grünen, Meta Janssen-Kucz, vor Ort.

Marcardsmoor – Frieda Dirks, Ortsbürgermeisterin von Marcardsmoor (SPD), hat eine besondere Weihnachtspost bekommen. Das Landwirtschaftsministerium hat ihr geschrieben und angekündigt, dass der Torfabbau auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Umweltausschusses im Landtag in Hannover steht. Man wolle ihr noch den genauen Termin mitteilen. Diese Zusage freut die Ortsbürgermeisterin natürlich. Im November hatte sie gemeinsam mit einer Abordnung aus Marcardsmoor eine Liste mit 400 Unterschriften in Hannover an Landtagspräsident Hermann Dinkla übergeben. Der hatte sie mit Fachleuten aus dem Landwirtschaftsministerium zusammengeführt, denen die Ostfriesen die Situation und die Pläne in Marcardsmoor erläuterten.

Wiesmoor ist im Landesraumordnungsprogramm als Vorranggebiet für den Torfabbau eingeplant. Im Gebiet der Stadt werden bereits 400 Hektar gewerblich abgetorft. Laut Raumordnungsprogramm könnten weitere 500 Hektar hinzukommen. Marcardsmoor ist seit Jahren stark betroffen. Nun steht eine weitere Fläche von rund 40 Hektar an. der Straße II. Reihe an. Eine Torfabbaufirma aus dem Emsland hat bereits einen Antrag gestellt. Die Flächen liegen mitten im Ort.

Im Dorf setzt man sich gegen einen weiteren Torfabbau ein

Die Marcardsmoorer wollen einen weiteren Torfabbau verhindern. Zum einen befürchten sie, dass der Ort sein Gesicht verliert, zum anderen, dass die vielen alten Häuser, die in der Nähe der Abbauflächen liegen, beschädigt und sogar unbewohnbar werden. „Sie sind auf Pfählen gegründet“, so Dirks.

Vor Ort sah sich vor Weihnachten noch die Landtagsabgeordnete der Grünen, Meta Janssen-Kucz um und sprach mit den Anwohnern. „Sie war erschüttert“, berichtete Frieda Dirks von dem Besuch. Auch Meta Janssen-Kucz könne nicht verstehen, dass der Schutz der Familien und ihrer Häuser keinen Vorrang habe. Auch die Landtagsabgeordnete habe versprochen, das Anliegen der Marcardsmoorer in Hannover zu vertreten.