Torfabbau: Gnarrenburger Rat nimmt Landkreis Osterholz als Vorbild

Quelle: Weser Kurier, 21.12.2012, Autor: Peter von Döllen

Gnarrenburg. Mit der Vision „Teufelsmoor“ ist es dem Landkreis Osterholz gelungen, den Torfabbau im Teufelsmoor zu beenden. Für die SPD-Fraktion der Gemeinde Gnarrenburg soll das ein Vorbild sein. Im Gnarrenburger Moor will eine weitere Firma das im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) ausgewiesene Vorranggebiet nutzen und Torf abbauen. Die SPD hatte deshalb einen Dringlichkeitsantrag für die Sitzung des Bauleitplanungs- und Umweltausschusses eingebracht, weil der Landkreis vor der Ratssitzung in Gnarrenburg tagte. Die Ratsmitglieder der Gemeinde segneten den Antrag nun nachträglich einstimmig ab.

Der Rat bittet den Landkreis Rotenburg entsprechend, ein Entwicklungskonzept für das Vorranggebiet Torfabbau zu erstellen und dafür entsprechende Mittel im Haushalt bereitzustellen. Die Untersuchungsziele und Inhalte des Konzeptes sollen durch einen runden Tisch formuliert werden, an dem der Landkreis, Gnarrenburg, Torfabbaufirmen, Bürgerinitiative, Landvolk und weitere Gruppierungen beteiligt sein sollen.

Dass der Torfabbau verhindert werden kann, erscheint unwahrscheinlich. Im RROP des Landkreises Rotenburg ist das Gebiet als Vorranggebiet für Torfabbau ausgewiesen. Der Abbau kann formal nicht abgelehnt werden. Die Gemeinde möchte aber alle Wege ausschöpfen und Möglichkeiten zur Steuerung schaffen, falls der Abbau genehmigt werden sollte.

Die Vorsitzende der Bürgerinitiative „Stoppt den Torfabbau“ Martina Leitner freute sich über die geschlossene Unterstützung.