Moorpflege-Einsätze des NABU

Quelle: Pressemitteilung des NABU Emsland/Grafschaft Bentheim, 05.12.2012

Aktion Moorschutz in der Grafschaft und im Emsland

Moorpflege durch Entfernung aufgewachsener Bäume (Foto: Busmann)

Auch in diesem Winter treffen sich NABU-Aktive aus der Grafschaft und dem Emsland wieder zu Pflegeeinsätzen im Dalum – Wietmarscher Moor. Es geht darum eine letzte naturnahe Moorfläche für seltene Tier- und Pflanzenarten wie Kreuzotter und Rosmarinheide zu erhalten. Durch die starke Entwässerung der benachbarten, industriell abgetorften Flächen ist die Fläche beeinträchtigt. Birken und Kiefern machen sich breit, die dem Moor das dringend benötigte Wasser entziehen und den lichtliebenden Moorpflanzen die Sonne. Daher muss in diesem Fall einmal für den Naturschutz zur Kettensäge gegriffen werden. Die Arbeitseinsätze zeigen mittlerweile erste Erfolge. Die freigelegten Flächen weisen bereits eine zunehmende Vernässung auf.

Intakte Moore stehen für Artenvielfalt, Wasserschutz, Brandschutz, Erlebnis und Erholung, Geschichte und zu Zeiten des Klimawandels besonders wichtig: für Kohlenstoff-Speicherung. Daher hat der NABU gemeinsam mit dem BUND, der Manfred Hermsen-Stiftung und der Biologischen Station Osterhols (BioS) eine landesweite Aktion Moorschutz ausgerufen. Im Januar 2013 sind in Niedersachsen Landtagswahlen. Die Aktion Moorschutz hat klare Forderungen an die Politik formuliert. Nun sind die PolitikerInnen gefragt, diese in ihrem Wahlkampf zu thematisieren. Die Positionierungen der Parteien kann man bereits auf der Seite www.aktion-moorschutz.de nachlesen. Auch der Grafschafter NABU hatte in der Vergangenheit bereits Politiker ins Moor gebeten. Eine wichtige Moorfläche, die das Dalum-Wietmarscher mit dem Georgsdorfer Moor verbindet, sollte im Landesraumordnungsprogramm wieder für den Torfabbau freigegeben werden. Dies konnte zunächst abgewendet werden, aber eine Entwarnung ist laut Jutta Over vom NABU Emsland/Grafschaft Bentheim noch nicht gegeben. Immer wieder gäbe es wirtschaftliche Interessen bezüglich solcher Naturschutzflächen. „Wir hier in der Region sollten deutlich machen, dass uns die heimische Natur in ihrer einmaligen Ausprägung am Herzen liegt.“

Das zeigen auch die NABU-Helfer bei ihrem Arbeitseinsatz. Neben der Arbeit lassen sich wunderbare Naturbeobachtungen machen. So ziehen immer wieder nordische Gänse und Enten, die das Dalum–Wietmarscher Moor im Winter als Schlafplatz nutzen, vorüber und suchen im Umland nach Äsungsflächen. Wer Interesse an einer Mitarbeit an frischer Luft mit viel Bewegung und Spaß hat, kann sich bei Holger Hüsemann, Tel.05921-14472 (holger_huesemann@web.de) melden. Eine weitere Arbeitsgruppe gibt es im südlichen Emsland, die im Winter im Naturschutzgebiet Speller Dose aktiv ist. Ansprechpartner ist Familie Rebling, Tel. 05902 7205.

Holger Hüsemann: „Bei den Arbeitseinsätzen kann jede helfende Hand gebraucht werden. Am Ende des Tages weiß man, was man getan hat.“

v.i.S.d.P.: Jutta Over