Moorschutz ist Klimaschutz!

Pressemitteilung der Aktion Moorschutz vom 04.12.2012:

Gesunde Moore helfen beim Kampf gegen die globale Klimaerwärmung

In diesen Tagen beraten in Katar wieder Vertreter der Vereinten Nationen, wie die weltweite Klimaerwärmung minimiert werden kann. Der Kampf gegen die Klimaerwärmung ist drängender denn je, die Erde steuert laut neuesten Studien auf eine katastrophale Erwärmung von 5 Grad Celsius zu. Doch trotz dieser alarmierenden Werte sind die Anstrengungen für den Klimaschutz nach wie vor vollkommen unzureichend. Dabei kann aktiver Klimaschutz einfach und preiswert sein – etwa durch den Schutz und die Entwicklung der Moore. Diese Verantwortung zeigt sich auch auf Landesebene in Niedersachsen.

Anette Lilje von der „Aktion Moorschutz“ erklärt dazu: „Moorböden speichern gewaltige Mengen Kohlenstoff, den die Moorpflanzen der Atmosphäre und dem Treibhauseffekt entzogen haben. Obwohl Moore nur drei Prozent unseres Planeten bedecken, speichern sie über 30 Prozent des weltweit in allen Böden gespeicherten Kohlenstoffs.“ Lilje weiter: „Werden die Moore zerstört, etwa, indem sie für die landwirtschaftliche Nutzung entwässert oder durch die Torfindustrie abgebaut werden, entweichen gigantische Mengen CO2 in die Atmosphäre und heizen die Klimaerwärmung weiter an. In Deutschland setzen entwässerte Moore in einem Jahr etwa so viele Treibhausgase frei wie der gesamte deutsche Luftverkehr.“

Stephan Held, Pressesprecher des BUND Landesverbandes Niedersachen sagt: „Moorschutz ist Klimaschutz. Und Niedersachsen trägt eine besondere Verantwortung für den Moorschutz. Etwa 70 Prozent der deutschen Hochmoore liegen in Niedersachsen. Viele dieser über Jahrtausende gewachsenen Ökosysteme sind bereits heute schwer geschädigt und setzten dadurch CO2 frei.“ Held weiter: „In Niedersachsen stammen heute bereits 13 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen aus entwässerten Mooren. Meint es die Landesregierung mit dem Klimaschutz ernst, muss sie endlich mehr für den Schutz dieser wertvollen Ökosysteme tun.“

Anette Lilje ergänzt: „Die CO2 Emissionen aus geschädigten Mooren können mit vergleichsweise geringem Aufwand reduziert werden. Wenn Moore wiedervernässt werden, entziehen sie der Atmosphäre wieder CO2 und werden damit zu aktiven Klimaschützern. Zudem sind gesunde Moore wahre Hotspots der biologischen Vielfalt, säubern unser Trinkwasser von Verunreinigungen und sind schließlich und endlich auch faszinierende Erlebnisräume für den Menschen. Es gibt also viele gute Gründe, warum das Thema Moorschutz in der Landespolitik ganz weit oben angesiedelt werden muss.“