Moorschutz in Schleswig-Holstein

Ein Blick nach Schleswig-Holstein:

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein, 29.11.2012

Klimaaktionstage: Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck zu Besuch im Hartshoper Moor: „Moorschutz ist aktiver Klimaschutz.“

Kiel – Die Wiedervernässung von Mooren spielt für den Klimaschutz in Schleswig-Holstein eine entscheidende Rolle. „Wenn Moore intakt sind, speichern sie Kohlenstoffdioxid. Werden sie aber entwässert, setzen sie ein Vielfaches an CO2 frei. Deshalb ist die Renaturierung von Mooren ein wichtiger Beitrag zur Senkung von CO2-Emissionen“, sagte Umweltminister Robert Habeck heute (29. November) bei einem Besuch im Stiftungsland Hartshoper Moor in Sophienhamm bei Hohn.

Das Umweltministerium richtet aus Anlass der UN-Klimakonferenz, die derzeit in Doha/Katar stattfindet, verstärkt den Blick auf Klimaschutz-Projekte in Schleswig-Holstein. Es geht es um Fragen wie: Wie lässt sich in Schleswig-Holstein das Klima schützen? Welche Anpassungen an den Klimawandel sind nötig?

Im Hartshoper Moor haben die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und die Akteure vor Ort den Wasserstand angehoben. So ist der Moorkörper im Einzugsgebiet der Eider vor einer weiteren Zersetzung geschützt. Minister Habeck setzte gemeinsam mit Teilnehmern des Freiwilligen Ökologischen Jahres sogenannte Wasserstandsröhren, um den Erfolg der Wiedervernässung zu kontrollieren.

Intakte Moore, mit ausreichend Wasser versorgt, speichern das Treibhausgas CO2. Im Durchschnitt werden im Hartshoper Moor zwischen 10 und 18 Tonnen CO2-Äquivalente pro Hektar und Jahr eingespart. Entwässerte Moore setzen dagegen weltweit zwischen 15 und 20 Prozent der durch den Menschen verursachten Treibhausgase frei.

Mit der Wiedervernässung leisten das Land und die Stiftung Naturschutz einen aktiven Beitrag zur Reduzierung des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid.

Darüber hinaus profitieren davon Torfmoose, Moorlilie und Glockenheide sowie seltene Tiere, wie Bekassine und Moorfrosch. Finanziert hat die Baumaßnahmen das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume aus Mitteln des Moorschutzprogramms und dem EU-Förderprogramm „Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“. Die EU beteiligt sich an den Gesamtkosten von rund 95 000 Euro mit rund 60 000 Euro, das Land Schleswig-Holstein stellt rund 35 000 Euro Fördermittel zur Verfügung.

Das Land hat 2008 ein Moorschutzprogramm aufgelegt. In diesem Jahr stehen dafür 1,96 Mio. Euro Mittel zur Verfügung.

Hintergrund: Moore prägen seit Jahrhunderten die Landschaft und die Landnutzung in Schleswig-Holstein. 1956 gab es noch etwa 180 000 Hektar Moorflächen (45 000 Hektar Hochmoor und 135 000 Hektar Niedermoor). Seitdem sind durch Torfzersetzung etwa 35 000 Hektar gänzlich verschwunden. Etwa 80 Prozent der Moorflächen in Schleswig-Holstein werden landwirtschaftlich meist als Grünland genutzt. Damit geht eine kontinuierliche Entwässerung einher. Nur etwa 30 000 Hektar sind als ökologisch hochwertig einzustufen. Während intakte, wachsende Hochmoore je Hektar jährlich 10 m3 Torf produzieren, in denen 0,8 t CO2 gespeichert sind, setzen entwässerte Moore jährlich ca. 8 t CO2, frei, also das 10-fache an CO2.