Mit Moor-Zertifikaten Klima schützen und Moore erhalten

Quelle: NDR, 14.11.2012 / dapd

Auszeichnung für MoorFutures

Mecklenburg-Vorpommern geht neue Wege beim Moorschutz. Hier zu sehen das Schwarze Moor bei Bad Doberan © NDR Fotografin: Erika Wenzel aus Krakow

Moorgebiet in der Nähe von Bad Doberan © NDR Fotograf: Erika Wenzel aus Krakow Detailansicht des Bildes Mecklenburg-Vorpommern geht neue Wege beim Moorschutz. Hier zu sehen das Schwarze Moor bei Bad Doberan (Archivbild). Die in Mecklenburg-Vorpommern aufgelegten Klimaschutzzertifikate MoorFutures sind vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin ausgezeichnet worden. Mit der Ehrung werden die MoorFutures auch offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt, mit dem die Vereinten Nationen mehr Menschen für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen sensibilisieren wollen. Mit den MoorFutures sei ein Angebot für Unternehmen geschaffen worden, sich vor Ort wirksam für den Klimaschutz zu engagieren, sagte die Wissenschaftlerin Claudia Kemfert. Nach den Worten von Umweltminister Till Backhaus (SPD) werden die Papiere als Klimaschutzzertifikate auf den Markt gebracht. Sie werden zum Preis von 35 Euro pro Stück verkauft. Bislang seien 8.000 Stück veräußert worden.

Hochgelobtes Projekt zur Finanzierung von Naturschutzprojekten

Die MoorFutures waren bereits im Wettbewerb „Land der Ideen“ ausgezeichnet worden. Zudem wurden sie in der Kategorie „Umwelt“ als Bundessieger nominiert. Die Leiterin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel, sagte, das Projekt zeige einen interessanten Weg, wie sich private Märkte zur Finanzierung von Naturschutzprojekten erschließen ließen.

In Mecklenburg-Vorpommern aufgelegt

Das Schweriner Landwirtschaftsministerium hatte die Zertifikate zusammen mit Wissenschaftlern für den freiwilligen Kohlenstoffmarkt entwickelt. Zielgruppe sind Unternehmen, die ihre CO2-Bilanz freiwillig vermindern wollen. Durch den Kauf finanzieren sie die Renaturierung von trockengelegten Mooren und die Verbesserung der Klimabilanz auf lange Sicht. Die Auszeichnung würdigt auch die Tatsache, dass bei der Wiedervernässung von Mooren auch die biologische Vielfalt wächst und dass moortypische Pflanzen und Tiere wieder eine Heimat finden.

Die trockengelegten Moore im Nordosten stoßen nach Ministeriumsangaben jährlich gut sechs Millionen Tonnen Kohlendioxid und andere Treibhausgase aus. Werden die Moore wieder unter Wasser gesetzt, können die Emissionen deutlich verringert oder ganz gestoppt werden.

Die „MoorFutures“ des Umweltministeriums

Die „MoorFutures“ sind Wertpapiere, die Unternehmen oder Privatleute kaufen können, um ihre Klimabilanz zu verbessern.

  • Erfunden wurden sie von Forschern der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald und dem Landesumweltministerium.
  • Bislang sind rund 8.000 der Aktien zum Preis von je 35 Euro verkauft worden. Damit kann die Renaturierung des Polders Kieve bezahlt werden.
  • Auf etwa drei Prozent der Erdoberfläche befinden sich Moore, davon wiederum ist etwa ein Zehntel entwässert und damit geschädigt.
  • Aus entwässerten Mooren entweichen etwa 20 Tonnen klimaschädliches CO2 pro Hektar im Jahr.
  • Der Preis einer Aktie entspricht den Kosten für die Vermeidung von einer Tonne Kohlendioxid aus Mooren.