Ende des Torfabbaus im Teufelsmoor

Quelle: Radio Bremen, 23.10.2012

Nach 300 Jahren Ende des Torfabbaus im Teufelsmoor – Moor soll sich erholen und zum Naturschutzgebiet werden

Industrieller Torfabbau

Industriellen Torfabbau wird es im Günnemoor nicht mehr geben. (Foto: Radio Bremen)

Das Teufelsmoor erlebt mit Ende des Jahres 2012 eine einschneidende Veränderung: nach 300-jähriger Tradition endet mit dem Jahreswechsel der Torfabbau in dem Feuchtgebiet nördlich von Bremen. Im Günnemoor hatte die Firma Turba als letzte ihrer Art noch Torf abgebaut, nun wird ihre Genehmigung nach 90 Jahren Förderung auslaufen. Der Landkreis hat mittlerweile andere Pläne für das Gebiet.

Nicht nur zu viel störender Lärm, Staub und zusätzlich noch die vom Produkt ausgehende Brandgefahr waren Gegnern des Abbaus wie Reinhard Meyer Graft ein Dorn im Auge, auch der „grüne Aspekt“ der Torfförderung brachte Kritiker auf den Plan: Reinhard Eckermann, Umweltdezernent von Osterholz und Dr. Hans-Gerhard Kulp von der Biologischen Station Osterholz e.V. machen die Wichtigkeit des Torfes für den Klimaschutz deutlich, denn dieser ist ein immens wichtiger CO2-Speicher.

Torfabbauer bekommen keine neue Genehmigung

Das Teufelsmoor hat die Hochzeiten des Torfabbaus hinter sich, denn anders als früher wird das Abbauprodukt nicht mehr zum Heizen sondern nur noch zum Düngen benutzt. Doch trotz des langsamen Niederganges fördert die Firma Turba GmbH noch Torf. Sie hat noch eine bis Jahresende gültige Abbaugenehmigung. Danach gibt es von Seiten des Landkreises keine Verlängerung mehr. Die Firma hatte zuerst nach Ausgleichsflächen gesucht, aber keine Genehmigung in Aussicht gestellt bekommen. Deshalb zog sie ihren Antrag nun zurück. Gegenüber unserem Regionalmagazin buten un binnen war die Turba GmbH nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Moor soll Naturschutzgebiet werden

Sollte die Firma nicht doch noch vor Gericht ziehen, dann ist mit Ende des Jahres 2012 auch Ende mit dem Torfabbau im Teufelsmoor. Pläne sehen vor, das Gebiet wieder zu vernässen. Das Moor kann so wieder wachsen, um circa einen Millimeter pro Jahr. Und so wird sich das Gesicht des Teufelsmoores vermutlich verändern: Torfstechende Moorbauern sollen Vergangenheit werden, stattdessen soll das Moor wieder ein natürliches Gesicht bekommen und später eventuell als Naturschutzgebiet eine Besucherattraktion werden. Das hofft jedenfalls der Landkreis, aber nach 300 Jahren Torfabbau braucht es für die neue „Vision Teufelsmoor“ wohl noch ein wenig Zeit.