Kraniche locken ins Moor

In der Diepholzer Moorniederung zeugt ein einzigartiges Naturschauspiel von erfolgreichen Moorschutzmaßnahmen

Kraniche

Kraniche (Foto: Kulp)

In der Diepholzer Moorniederung und in der Teufelsmoorregion lassen sich dieser Tage wieder tausende Kraniche beobachten, die auf ihrer langen Wanderung nach Süden in Niedersachsen eine Rast einlegen. Die seit Jahren ansteigende Zahl rastender Kraniche ist maßgeblich erfolgreichen Moorschutzprojekten zu verdanken. Das faszinierende Naturschauspiel der „Vögel des Glücks“dauert nur wenige Wochen, Vogelfreunde sollten sich daher schnell auf den Weg machen.

Im letzten Herbst konnten in der Diepholzer Moorniederung rund 68.000 Kraniche gezählt werden, an keinem anderen Rastplatz auf dem westeuropäischen Zugweg lassen sich mehr der Tiere beobachten. Imke Schweneker vom BUND Diepholzer Moorniederung freut sich auf den Besuch aus dem Norden: „Die Kraniche finden in den nassen Moorbereichen ausgezeichnete Schlafgründe vor. Die zunehmende Zahl der Tiere ist eine tolle Bestätigung für alle Naturfreunde, die sich für den Erhalt der Moore einsetzen.“

Der Kranich war als Brutvogel in Niedersachsen in den 1970er Jahren fast ausgestorben, mittlerweile gibt es wieder rund 700 Brutpaare. Anette Lilje von der Aktion Moorschutz erklärt dazu: „Der Schutz der Moore kann für den Erhalt seltener Arten wie dem Kranich gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Moore sind zudem von größter Bedeutung für den Klimaschutz, da intakte Moore gigantische Mengen Kohlendioxid binden.“
Obwohl Moore eine große Bedeutung für die biologische Vielfalt, Wasser-, Boden- und Klimaschutz haben, unternimmt die Landespolitik bisher nur unzureichende Anstrengungen für den Schutz der oft über Jahrtausende gewachsenen Lebensräume. Rund 90 Prozent der niedersächsischen Moore sind durch Entwässerung, Landwirtschaft und Torfabbau stark geschädigt, eine Trendwende ist nicht in Sicht. Anette Lilje sagt dazu: „Hier muss dringend ein Umdenken in der Politik erfolgen. Wir fordern ein neues niedersächsisches Moorschutzprogramm, das diesen Namen auch verdient. Gerade die intensive Landwirtschaft auf Moorböden und der Torfabbau müssen endlich zurückgefahren werden. Stattdessen müssen geschädigte Moore wieder renaturiert werden, damit sie ihre wertvollen Aufgaben für Mensch und Natur wieder erfüllen können.“

Ansprechpartnerin: Anette Lilje