Vom Torfabbau zum Moorschutz

Pressemitteilung der Aktion Moorschutz:

Günnemoor: Eine Landschaft kehrt zurück

Erinnert an eine natürliche Moorlandschaft: Wiedervernässte Bereiche im Günnemoor (Foto: Lilje)

Der jahrzehntelange Kampf gegen den Torfabbau im Günnemoor hat endlich Erfolg! Die Torfabbaufirma „Turba Erden- und Humuswerk GmbH“ zieht ihre Abbau-Anträge zurück. Ca. 15 Millionen m³ Torf wurden seit 1920 im Herzen des Teufelsmoores abgebaut. Dabei wurden ca. 3,5 Millionen Tonnen des Treibhausgases CO2 freigesetzt, die im Torf seit tausenden von Jahren gebunden waren. Ende 2012 ist Schluss mit dem Torfabbau in der Ortschaft Teufelsmoor. Das ist der erste wichtige Schritt in Richtung des nachhaltigen Nutzungskonzeptes „Vision Teufelsmoor“, das auf die Entwicklung der natürlichen Moorlandschaft setzt.

Die Naturschutzverbände, eine Bürgerinitiative im Dorf Teufelsmoor, alle Kommunen, alle Parteien im Kreistag sowie die Kreisverwaltung haben sich gegen Torfabbau und für den Erhalt des Moores eingesetzt. Diese Entwicklung kann ein Beispiel sein für andere Regionen, in denen nachhaltige Nutzung und Moorentwässerung im Konflikt stehen. Alle Akteure in der Region sind jetzt aufgefordert, die Rahmenbedingungen für die Umsetzung moorschonender Ziele zu schaffen.

Beim Torfabbau werden innerhalb weniger Jahre Moorböden zerstört, die jahrtausendelange Entstehungsprozesse durchlaufen sind. Aber auch die intensive Landwirtschaft und insbesondere der Maisanbau auf Moorböden zerstören durch Entwässerung und Düngung den Torfboden und sind heftige Klimakiller. Dr. Hans-Gerhard Kulp, Biologische Station Osterholz: „Ein Hektar Maisacker auf Moor produziert so viel CO2 wie 36 PKW im Jahr. Das können wir uns heute nicht mehr leisten!“

Anette Lilje, Aktion Moorschutz: „Niedersachsen braucht einen flächendeckenden Moorschutz. Moore sind wichtige Kohlenstoffspeicher, die nicht durch Entwässerung geschädigt werden dürfen.“ Zeitgemäß wären neue, torfschonende Wirtschaftstechniken (Paludikulturen). Hierbei handelt es sich um spezielle Anbauverfahren auf vernässtem Moor, die in anderen Regionen Niedersachsens bereits getestet werden (z.B. bei Rastede).

Der Landkreis Osterholz hat 2008 eine „Vision Teufelsmoor“ entwickelt, in der strenger Schutz der intakten Moorflächen, Naturerleben und torferhaltende Nutzungen die Entwicklungsziele für die Zukunft sind. Die Wiedervernässung des Torfabbaugebietes hat die Naturschutzbehörde schon mit Erfolg eingeleitet. Die wachsende Zahl rastender Kraniche ist eine Erfolgsgeschichte des Moorschutzes. Das Ende des Torfabbaus markiert eine Zeitenwende in Teufelsmoor und ist ein großer Schritt in Richtung „Vision Teufelsmoor“.

Die Aktion Moorschutz informiert über die Bedeutung der Moore für Mensch und Klima und fordert die PolitikerInnen auf, sich vor den Landtagswahlen zum Thema Moorschutz als wichtige Zukunftsaufgabe zu positionieren. Die Aktion Moorschutz ist eine überverbandliche Kooperation der Biologischen Station Osterholz e.V., BUND Bremen und Niedersachsen, Manfred-Hermsen-Stiftung und NABU Niedersachsen.

Ansprechpartnerin:
Anette Lilje