Ende des Torfabbaus im Teufelsmoor

Quelle: Weser Kurier, 21.09.2012, Autor: Michael Thurm

Landkreis setzt sich durch: Turba verzichtet auf Torfabbau

Landkreis Osterholz. Es war eine lange und schwierige Arbeit im Verborgenen, doch jetzt durfte Richard Eckermann die gute Nachricht endlich öffentlich machen. „Die Firma Turba hat ihren Antrag zurückgezogen, auf dem obersten Felde Torf abzubauen.“ Mit diesen wenigen Worten zog der Dezernent für Ordnung, Bauen und Umwelt im Landkreis Osterholz einen Schlussstrich unter die seit Jahren andauernden Diskussionen und Querelen mit der „Turba Erden- und Humuswerk GmbH“ um einen industriellen Torfabbau im Teufelsmoor. Schon seit Jahren hatten sich Landkreis Osterholz und die Stadt Osterholz-Scharmbeck gegen den weiteren Torfabbau ausgesprochen. Später war auch das Land Niedersachsen auf diesen Zug aufgesprungen. Erst vor einem Monat hatte sich das Kabinett gegen einen weiteren Torfabbau ausgesprochen.

„Es ist eine ganz tolle Nachricht“ freut sich Richard Eckermann und fügt hinzu: „Wir sind auch ein bisschen stolz darauf, das hingekriegt zu haben.“ In vielen Gesprächen mit Karsten Rath, dem Geschäftsführer der Turba, konnte Richard Eckermann dem Geschäftsmann klarmachen, dass er vom Landkreis nie und nimmer eine Genehmigung für einen weiteren Torfabbau bekommen würde. Rath und der Turba wäre nur der lange Weg durch die Gerichtsinstanzen geblieben. „Aber die wollten wohl kein Geld verbrennen“, mutmaßt Richard Eckermann.

Karsten Rath war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Offen ist noch, ob die Firma Turba nur auf dem obersten Felde auf den Abbau verzichtet oder auch auf den großflächigen Abbau im Günnemoor. „Wir werden mit der Turba weiter im Gespräch bleiben. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns auch dahingehend einigen werden. Wir haben bislang konstruktive Gespräche geführt“, betonte Richard Eckermann. Mit dem kompletten Rückzug der Firma Turba könnten Stadt, Landkreis, die Initiative Teufelsmoor und die Biologische Station Osterholz ihrer „Vision Teufelsmoor“, der Renaturierung und der Wiedervernässung des Moores einen großen Schritt näher kommen.

„Wir sind natürlich glücklich über diese Nachricht,“ sagte Reinhard Meyer-Graft, der als Bewohner des Teufelsmoores den Abbau praktisch vor seiner Haustür hätte erleben müssen. „Als Mitglied der Anliegergemeinschaft bin ich nur froh, dass die Planungen verworfen wurden. Als Vorsitzender der Initiative Teufelsmoor kann ich mich nun den grundsätzlichen Problemen des Moores widmen.“ Die Entscheidung zeige, dass der Torfabbau eine Sackgasse sei. Die Firmen müssten sich etwas Neues einfallen lassen.

„Der lange Protest hat sich gelohnt. Wir sind auf einem guten Weg“, glaubt Reinhard Meyer-Graft.