Förderung für Hannoversche Moorgeest (HAZ)

Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 31.07.2012, Autor: Friedel Bernstorf

8,5 Millionen Euro für Moorgest-Projekt

Wedemark. Diese Nachricht haben am Dienstag Niedersachsens Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Stefan Birkner (FDP), und Regionspräsident Hauke Jagau im Moorinformationszentrum in Resse überbracht. Bereits in etwa sechs Wochen will das Landesministerium den Projektstart verkünden. Dann will Stefan Birkner vorstellen, mit welchen Maßnahmen eine Verbesserung der Situation für die vier Moore in diesem besterhaltenen Hochmoorkomplex in Niedersachsen erreicht werden soll.

Zwischenzeitlich stand das Projekt mehrfach auf der Kippe, als sich die Landwirtschaft vorübergehend aus dem Planungsverfahren verabschiedete und als das Bundesamt für Naturschutz die zuvor in Aussicht gestellte Förderzusage nicht gab.

„Das sind gute Nachrichten, die wir überbringen“, sagte Birkner, als er den Förderbescheid aus Brüssel präsentierte. Durch die Zusage der Europäischen Union (EU) kann einer mehrjährigen Planungsphase jetzt die auf elf Jahre kalkulierte Umsetzungsphase für das Projekt Hannoversche Moorgeest folgen.

Das wesentliche Projektziel ist, den natürlichen Wasserhaushalt in den Mooren wieder herzustellen. Das soll erreicht werden, indem ein Abfluss des Regenwassers aus dem Bissendorfer Moor, dem Schwarzen Moor, dem Otternhagener Moor und dem Helstorfer Moor verhindert wird. Diese Maßnahme ist für die Kernbereiche der vier Moore mit einer Fläche von insgesamt 2243 Hektar vorgesehen.

Die EU fördert das Projekt aus ihrem Programm Life+ und trägt mit ihrem Zuschuss von 8,5 Millionen Euro 75 Prozent der Kosten. Weitere 20 Prozent übernimmt das Land Niedersachsen und fünf Prozent kommen von der Region Hannover. „Das ist ein großer Erfolg für alle Beteiligten“, betonte Birkner. Er wertet die EU-Förderung aber auch als „Auszeichnung für den besonderen Einsatz des Umweltministeriums“.

In der Planungsphase habe es viele Höhen und Tiefen gegeben, sagte Birkner, und verwies auf den zwischenzeitlichen Ausstieg der Landwirtschaft im Jahr 2008. In der Folge habe sich der Grundsatz verfestigt, dass das Projekt nur umsetzbar sei, wenn alle Beteiligten einverstanden sind. Um dies zu erreichen, musste das Projektgebiet um rund 700 Hektar in den Randbereichen verkleinert werden.

Ein wesentlicher Teil des Geldes werde für den Ankauf von Flächen verwendet, sagte Birkner. Die Umsetzung des Projekts will er an den Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz übertragen. Birkner sagte, der Projekt-Ausschuss Hannoversche Moorgeest solle weiter eine zentrale Bedeutung behalten. „Wir werden sehr transparent arbeiten, um den Erfolg nicht zu gefährden“, betonte der Minister.

Jagau würdigte Birkners Initiative, der schon als Staatssekretär seines Amtsvorgängers Hans-Heinrich Sander alle Beteiligten wieder zusammengebracht habe, als es in dem Verfahren schwierig geworden sei.

Hocherfreuliche Entscheidung

Der Aktionskreis Hannoversche Moorgeest, in dem regionale Natur- und Umweltschutzverbände vertreten sind, werten die Förderzusage aus Brüssel als eine hocherfreuliche, aber auch längst notwendige Entscheidung zugunsten der Biodiversität und des Klimaschutzes. Ludwig Uphues, Sprecher des Aktionskreises, merkt in einer Presseerklärung an, dass bereits 1997 die ersten Projektskizzen beim Bundesamt für Naturschutz eingereicht wurden. Seitdem seien 15 Jahre vergangen. „Ein zu langer Zeitraum, um dem Artenrückgang der moortypischen Fauna und Flora und dem Klimaschutz zügig und wirksam zu begegnen“, sagte Uphues. Dennoch sei er froh, dass die Förderzusage jetzt da sei. Für den Aktionskreis richtet Uphues die Bitte an alle Beteiligten, das Projekt zügig umzusetzen.